Frieden und Verständigung

Siegen. Die Zukunft von Städtepartnerschaften stand am Montagabend auf der Agenda der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK). Gastreferent Wolfgang Kuschke versuchte der Runde deutlich zu machen, wohin der Weg der grenzüberschreitenden Verbindungen führen könnte.

Der Landtagsabgeordnete und ehemalige Regierungspräsident hob ausdrücklich die ursprüngliche Idee hervor, die den Städtepartnerschaften zugrunde liegt: Frieden und Verständigung. Zwar werde das friedliche Europa heutzutage als „etwas Selbstverständliches“ gesehen. Das sei aber eher ein „Wert an sich, der in den vergangenen Jahren erarbeitet worden ist.“

Mindestens ebenso viel Arbeit müsse in die Städtepartnerschaften gesteckt werden, forderte der SPD-Politiker, der zudem noch Vorstandsmitglied der Auslandsgesellschaft Deutschland ist: „Die Partnerschaften müssen getragen werden.“ Und zwar auch von jungen Generationen, betonte er und sprach damit gleich eines der großen Probleme vieler Partnerschaftsvereine an. Die Clubs, die häufig die freundschaftlichen Verbindungen einer Stadt zu anderen entwickeln und pflegen, seien häufig „überaltert“, bestätigte auch Bernd Meichelböck.

Der Freudenberger Stadtjugendpfleger kritisierte zudem, dass es schwierig sei, Fördergeld für Austauschprogramme oder gegenseitige Besuche zu beantragen. „Haben Sie das mal bis zum Ende gemacht?“, fragte er den Landtagsabgeordneten. Der schlug eine zentrale Anlaufstelle vor, die Partnerschaftsvereine über sämtliche Fördermöglichkeiten informiert und sie bei der Antragstellung unterstützt.

Siegens stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Flohren hält einen Generationenwechsel ebenfalls für nötig. Dazu müsse der Fokus allerdings stärker auf den Austausch unter berufsbildenden Schulen gelegt werden. Dem stimmte Wolfgang Kuschke zu: „Der Austausch darf nicht nur Sache von Gymnasien sein.“

Der Politiker formulierte auch sein Ziel für zukunftsfähige Partnerschaften, das in gar nicht so ferner Zukunft liegen soll: „Jeder Jugendliche soll bis zum 18.Geburtstag drei Monate im Ausland verbringen können.“

– Westfälische Rundschau, 22.02.2011 –