„Mit Familienfreundlichkeit attraktiv für Fachkräfte“

Die SPD-Kreistagsfraktion zu Besuch im Kreisklinikum Siegen.
Die SPD-Kreistagsfraktion zu Gast im Kreisklinikum Siegen.

„Wir wollen das familienfreundlichste Krankenhaus in der Region sein“, erklärte Bertram Müller, Geschäftsführer der Kreisklinikum Siegen GmbH, jetzt Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein bei ihrem Besuch im Haus Hüttental. So wurde inzwischen in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses Hüttental eine betriebseigene Kindertagesstätte „Krümelkiste“ für bis zu 16 unter dreijährige Kinder eingerichtet. „Damit tragen wir auch dem Umstand Rechnung, dass mittlerweile über 60 Prozent unserer Ärzte Frauen sind“, betonte Bertram Müller. Für den „Ü3“-Bereich ist geplant, mit anderen Einrichtungen in der Nähe zu kooperieren.

Die „Krümelkiste“ ist jedoch nur ein Baustein, um dem Anspruch der Familienfreundlichkeit gerecht zu werden, so Müller. Man wolle mit einer Vielzahl von Maßnahmen auch dem drohenden Mangel an Fachkräften begegnen. „Bisher können wir von einer angemessenen personellen Besetzung unserer beiden Häuser im Pflege- sowie im ärztlichen Bereich sprechen. Von 110 Planstellen für Ärzte sind zurzeit 106 besetzt“, erläuterte Bertram Müller. Dennoch drohe auch dem Kreisklinikum mittel- und längerfristig ein Mangel an Fachkräften. Es sei schon heute schwierig und teuer, neues Fachpersonal zu akquirieren. „Das ist jedoch kein siegerlandspezifisches, sondern ein allgemeines Problem“, fügte der Geschäftsführer hinzu.

Über die Familienfreundlichkeit hinaus gibt es natürlich weitere ehrgeizige Ziele. So soll das Haus Siegen in der Altstadt bereits 2013 als stationäre Einrichtung aufgegeben werden. Geplant ist, alle stationären Abteilungen am Standort Weidenau zusammenzuführen, wo in den beiden nächsten Jahren ein neuer Bettentrakt für 200 Patienten entstehen wird. Nach der Errichtung des bereits Anfang 2010 eröffneten neuen Multi-Funktionstraktes werden noch einmal rund 22 Millionen Euro investiert. Dazu erklärte Michael Sittler, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion: „Dieser Schritt ist sehr sinnvoll, auch um die hier in Weidenau bereits getätigten Investitionen künftig voll aussschöpfen zu können.“ So stehen im neuen Funktionstrakt schon jetzt ausreichende OP-Kapazitäten zur Verfügung, um auch die Allgemeine Chirurgie, die noch in Siegen beheimatet ist, aufzunehmen. Geschäftsführer Bertram Müller: „Der jetzt absehbare Zusammenschluss aller stationären Abteilungen an einem Standort ist betriebswirtschaftlich sinnvoll und gut für die Versorgung der Patienten.“

SPD-Fraktionschef Michael Sittler, die stellvertretende Landrätin Waltraud Schäfer und die übrigen SPD-Kreispolitiker nutzten auch die Gelegenheit, den neuen Multi-Funktionstrakt zu besichtigen. Ein Markenzeichen des Hauses Hüttental ist inzwischen die sogenannte Zentrale Patientenaufnahme (ZPA). Deren Leiter, Florian Lemmer, schilderte den SPD-Politikern, dass in der ZPA Fachärzte aller Disziplinen eng zusammenarbeiten. „Die früheren Ambulanzen der einzelnen Fachabteilungen gehören bei uns der Vergangenheit an“, unterstrich Lemmer. Im Laufe des ersten Jahres sei es gelungen, die Abläufe immer weiter zu optimieren. Die ZPA verfügt über 16 technisch bestens ausgerüstete Untersuchungs- und Behandlungsräume. Rund 300 Patienten – darunter auch viele, die nicht stationär aufgenommen werden – durchlaufen diesen Bereich täglich. Nicht zuletzt der ZPA sei es zu verdanken, dass das Kreisklinikum auch im vergangenen Jahr erneut steigende Patientenzahlen verzeichnen konnte, meinte GF Bertram Müller. Überhaupt sei die Geschäftsentwicklung zufriedenstellend.

Michael Sittler dankte Bertram Müller und Florian Lemmer „für die gewährten interessanten Einblicke. Wir nehmen den Eindruck mit nach Hause, dass das Kreisklinikum Siegen auf einem sehr guten Weg ist, durch den sichergestellt wird, dass es auch in Zukunft leistungs- und wettbewerbsfähig bleibt. Das ist für die medizinische Versorgung der Menschen unseres Kreisgebiets von großer Bedeutung.“