Wir wollen Frauen in Führungspositionen

Willi Brase MdB

Gleich zu Beginn seiner Rede betonte Willi Brase, dass freiwillige Vereinbarungen – wie die vor zehn Jahren zwischen der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft – keinen Fortschritt erbracht hätten. Nur die gesetzlich festgelegte Quotenregelung sei ein Weg, um Frauen in Führungspositionen zu bringen. Männer müssten begreifen, dass sie Positionen abgeben müssten bzw. nicht mehr alle bekommen würden. „Machtbastionen werden niemals freiwillig geräumt. Hier muss nachgeholfen werden und deshalb ist unser Antrag notwendig und richtig“, erklärte der SPD-Bundestagsabgeordnete.

Frauen würden im Durchschnitt einen höheren Bildungsabschluss vorweisen als Männer. So haben 40 Prozent der Frauen die Hochschulreife und 17 Prozent einen akademischen Abschluss. Bei den Männern haben 40 Prozent die Hochschulreife, aber nur 13 Prozent einen akademischen Abschluss. Auch das häufig in der Debatte zu vernehmende Argument, es gebe nicht genügend qualifizierte Frauen, könne man nicht gelten lassen. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes sind im Wintersemester 2009/2010 im Fach Betriebswirtschaftslehre 83 493 Männer und 72 870 Frauen, im Fach Rechtswissenschaft 37 903 Männer und 42 023 Frauen und im Fach Wirtschaftswissenschaft 35 237 Männer und 25 436 Frauen eingeschrieben. Diese Zahlen würden eindeutig belegen, dass es genügend qualifizierte Frauen gebe, die Führungspositionen einnehmen könnten.

Leider sei der Frauenanteil bei geringfügiger Beschäftigung und Teilzeitarbeit in den letzten Jahren gestiegen. Sehr häufig seien Frauen auch in atypischer Beschäftigung. Frauen seien nicht mehr bereit, solche prekären Beschäftigungsverhältnisse hinzunehmen. „Wir brauchen gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, forderte Willi Brase

Der SPD-Bundestagsabgeordnete schloss seine Rede mit einem Zitat von Gustav Heinemann ab: „Gleichberechtigung zielt darauf ab, dass Männer und Frauen unsere Gesellschaft in voller Gleichwertigkeit dessen, was sie an körperlichen, geistigen und seelischen Verschiedenheiten einbringen, miteinander gestalten.“