Besuch bei „Hoppmann-Autowelt“

Die SPD-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein besuchte jetzt die Firma Hoppmann in Siegen.

Kreis Siegen-Wittgenstein. „Dies ist sicherlich ein Unternehmen der ungewöhnlichen Art“, zeigte sich Roland Abel, stv. Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion SI, bei einem Besuch der Firma Hoppmann in Siegen beeindruckt. Geschäftsführer Bruno Kemper, Finanzchef Martin Schneider und Betriebsratsvorsitzender Albert Janz stellten zahlreichen Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion das „Unternehmensmodell Hoppmann“ vor. Den Betriebsbesuch angeregt hatte die Niederscheldener SPD-Kreistagsabgeordnete Anne Heimann.

Eigentümerin des inzwischen an acht Standorten im Dreiländereck NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz vertretenen Autohauses ist die „Hoppmann Stiftung Demokratie im Alltag“. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 312 Mitarbeiter, darunter 77 Auszubildende. Neben Opel vertreibt Hoppmann heute weitere bekannte Automarken, z.B. Fiat und Alfa-Romeo. „In Olpe sind wir 2010 auch in das VW- und Audi-Geschäft eingestiegen“, berichtete Bruno Kemper. „Also arbeitet Hoppmann jetzt auch mit dem bedeutendsten deutschen Automobilhersteller zusammen. Durch die schrittweise Erweiterung unseres Marken-Portfolios konnten wir den seit längerem rückläufigen Marktanteil von Opel bisher erfolgreich ausgleichen.“

Oberstes Kontrollorgan der Firma Hoppmann ist der paritätisch besetzte Wirtschaftsausschuss. „Nach gründlicher Vorbereitung trifft dieses Gremium alle wichtigen unternehmerischen Entscheidungen – und das in der Regel einvernehmlich“, betonten Finanzchef Martin Schneider und Betriebsratsvorsitzender Albert Janz. 50 Prozent des jährlichen Gewinns fließen (nach Abzug einer sechsprozentigen Eigenkapitalverzinsung) an die Beschäftigten. Die Hälfte dieser Erfolgsbeteiligung wird ihnen zusätzlich zum laufenden Gehalt ausgezahlt, die andere Hälfte verbleibt zunächst im Unternehmen. „Dieser Investivanteil kommt unseren Mitarbeitern nach ihrem Ausscheiden in Form einer Betriebsrente (300 Euro monatlich) zugute“, erläuterte Geschäftsführer Bruno Kemper. Weiter erfuhren die SPD-Politiker, dass die Belegschaft in festen Teams organisiert ist, wodurch die Beschäftigten unmittelbaren Einfluss auf ihre Arbeitsplätze ausüben können.

SPD-Fraktionsvize Roland Abel erklärte: „Das Modell Hoppmann ist gerade aus sozialdemokratischer Sicht vorbildlich. Und der kontinuierliche wirtschaftliche Erfolg zeigt, dass die unkonventionelle, arbeitnehmerfreundliche Struktur des Unternehmens keinesfalls ein Hemmschuh ist, sondern ganz im Gegenteil.“ Die bereits erwähnte Hoppmann-Stiftung unterstützt zudem gemeinnützige Projekte. „Schwerpunkt ist insoweit die Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher, bevorzugt hier in der Region, aber auch deutschlandweit und international“, betonte Bruno Kemper und zeigte einige konkrete Beispiele auf. Roland Abel lobte dieses „gesellschaftlich wertvolle Engagement“.

In der abschließenden Diskussion kam auch die Abwrackprämie zur Sprache, für die sich insbesondere die SPD in der früheren Großen Koalition stark gemacht hatte. Hoppmann-Geschäftsführer Bruno Kemper: „Die Abwrackprämie war für unsere Branche eine sehr wertvolle Überbrückung in einer wirtschaftlich äußerst schwierigen Phase. In der Folgezeit gab es keine nennenswerten Einbrüche beim Autoabsatz. Durch die Abwrackprämie konnte vielmehr ein zusätzliches Käuferpotenzial für preisgünstige Neufahrzeuge erschlossen werden. Und das hat uns im Krisenjahr 2009 sehr geholfen.“