Besuch der Deutschen Edelstahlwerke

Vertreter des Unterbezirksvorstandes bei einem Besuch der Deutschen Edelstahlwerke in Siegen.

Seit 1999 wurden bei den Stahlwerken in Geisweid etwa 460 ehemalige Leiharbeitnehmer, die größtenteils zuvor arbeitslos waren, in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis übernommen. Das erfuhren der SPD-Unterbezirksvorsitzende Willi Brase, sein Stellvertreter Michael Plügge und weitere Mitglieder des SPD-Kreisvorstands in einem Gespräch, das sie jetzt mit dem Betriebsratsvorsitzenden Roland Schmidt und einigen seiner Kollegen führten. Am hiesigen Standort der Deutschen Edelstahlwerke GmbH sind heute insgesamt rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigt.

Willi Brase (MdB), auch Vorsitzender der DGB-Region Südwestfalen, erklärte: „Der hier gepf-legte Umgang mit Leiharbeitnehmern ist vorbildlich. Dass es gelingt, so viele von ihnen nach einer anfänglichen Phase der Leiharbeit dauerhaft in den Betrieb zu integrieren, ist insbe-sondere entsprechenden Bemühungen des Betriebsrats zu verdanken. Leider sieht das in vielen anderen Bereichen des Arbeitsmarktes, in denen die Mitbestimmung der Arbeitnehmer weniger stark ausgeprägt ist, ganz anders aus. Dort stimmt die Theorie, dass Leiharbeit eine Brücke ist, über die man in reguläre Beschäftigung gelangt, häufig nicht. Daher bleibt der Gesetzgeber aufgerufen, den Missbrauch der Leiharbeit wie auch andere Formen der prekären Beschäftigung endlich wirksam zu bekämpfen.“

Betriebsratsvorsitzender Roland Schmidt stellte klar: „Auch ich bin kein Freund der Leiharbeit. Falls notwendig, hat sie nur zu fairen Bedingungen stattzufinden.“ Seit 1998 gibt es bei den Stahlwerken in Geisweid Leiharbeitskräfte; ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft liegt bei 8 bis 10 Prozent. „Von Anfang an galt hier die Regel, dass für gleiche Arbeit gleicher Lohn gezahlt wird. Wir kooperieren nur mit seriösen Verleihfirmen, die einem IG-Metall-Tarifvertrag unterliegen“, betonte Schmidt. Seine Kollegen Jürgen Mockenhaupt und Bernd Dehmel füg-ten hinzu: „Der Betriebsrat hat stets – und das mit Erfolg – darauf gedrängt, dass Produkti-onsausweitungen mit der Übernahme von Leiharbeitskräften verknüpft wurden.“

Die zurückliegende Wirtschaftskrise war ein schmerzhafter Einschnitt: Ende 2008 kam es zur Entlassung von Leiharbeitnehmern, so die Betriebsräte. Durch Kurzarbeit, auch durch den teilweisen Verzicht der Beschäftigten auf Sonderzahlungen, sei es aber gelungen, einen um-fangreicheren Personalabbau zu vermeiden. Nicht zuletzt habe das Unternehmen die schwierige Zeit genutzt, um die Beschäftigten weiter zu qualifizieren. „Inzwischen sind wir gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Unsere Anlagen laufen zurzeit auf Hochtouren, und wegen der positiven Aussichten wird jetzt auch wieder Personal neu eingestellt bzw. über-nommen“, berichtete der Betriebsratsvorsitzende.

SPD-Chef Willi Brase (MdB) und seine Begleiter sprachen die 2004 erfolgte Übernahme der damaligen Edelstahlwerke Südwestfalen GmbH durch die Schmolz+Bickenbach-Gruppe an. Die Vertreter des Betriebsrates werteten diese Entwicklung positiv. Sie erinnerten an das Jahr 1993, als der Stahlstandort Geisweid – zu jener Zeit noch Teil des Thyssen-Krupp-Konzerns – konkret gefährdet war. „Heute sind die Deutschen Edelstahlwerke mit ihren vier Standorten in NRW das Flaggschiff der Schmolz+Bickenbach-Gruppe“, unterstrich Roland Schmidt. Seit der Übernahme seien über 400 Millionen Euro in die vier Werke investiert worden, davon etwa 200 Millionen Euro in Geisweid – nicht zuletzt auch in neue vorbildliche Sozialräume für die Mitarbeiter. Von den modernen, leistungsstarken Anlagen zur Produktion von Hochleistungsedelstählen zeigten sich die Vorstandsmitglieder der SPD bei einem Be-triebsrundgang beeindruckt.