SPD um ärztliche Versorgung in der Region besorgt

In ländlichen Regionen kommt es immer häufiger vor, dass für Hausarztpraxen nur mit erheblichen Schwierigkeiten Nachfolger gefunden werden können. Von diesem Problem ist auch der Kreis Siegen-Wittgenstein zunehmend betroffen. „Wir Sozialdemokraten im Kreistag sind daher um die künftige hausärztliche Versorgung eines nicht geringen Teils unserer Bevölkerung in den ländlichen Bereichen des Kreisgebiets besorgt“, erklärte jetzt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Michael Sittler, und fügte hinzu: „Eine flächendeckende und zugleich qualitativ gute allgemeinmedizinische Grundversorgung liegt im vitalen Interesse aller Bürgerinnen und Bürger und ist daher unverzichtbar.“

Zur Lösung dieses Problems sind aus Sicht der SPD zwar primär die staatliche Gesundheitspolitik, die Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und die Krankenkassen aufgerufen. „Das sollte den Kreistag aber nicht davon abhalten, sich ebenfalls mit dieser Thematik, die vielen – insbesondere auch älteren – Menschen in unserer Region auf den Nägeln brennt, zu beschäftigen. Wir müssen uns ernsthaft die Frage stellen, ob auch der Kreis über eigene Mittel und Möglichkeiten verfügt, um Einfluss auf die weitere Entwicklung in diesem sensiblen Bereich zu nehmen“, betonten Petra Weskamp und Roland Abel, beide stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.

Daher möchte die SPD in der nächsten Sitzung des Kreistags am 17. Juni das Thema „Ärztliche Versorgung in Siegen-Wittgenstein“ grundlegend diskutieren. Sie hat inzwischen beantragt, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. „Wir regen an, auch Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer einzuladen, so dass der Kreistag und die Kreisverwaltung erfahren, wie sie die Situation bewerten und die künftige Entwicklung einschätzen“, ergänzte Fraktionsvorsitzender Michael Sittler. Ziel der Diskussion sollten gegebenenfalls konkrete Arbeitsaufträge an die Verwaltung und auch die entsprechenden Fachausschüsse – insbesondere den Gesundheits- und den Ausschuss für Wirtschaft- und Regionalentwicklung – sein.

Bei den notwendigen Überlegungen werde es, so Sittler, vornehmlich um die Entwicklung von Anreizsystemen zur Übernahme von Hausarztpraxen, die von der Schließung bedroht sind, gehen müssen. Ebenfalls denkbar sei der Aufbau alternativer medizinischer Versorgungszentren, die auch in der Fläche zeit- und patientennah arbeiten.

„In der Kreistagssitzung werden wir Sozialdemokraten außerdem die derzeitigen Missstände bei den ärztlichen Notfall- und Bereitschaftsdiensten an Wochenenden und Feiertagen zur Sprache bringen“, kündigte der SPD-Fraktionschef weiter an. Das erst kürzlich eingeführte neue System sei „in erheblichem Maße korrekturbedürftig. Auch hier erscheinen uns andere Lösungsmöglichkeiten dringend geboten“.