KDZ Westfalen-Süd sucht Zusammenarbeit mit Iserlohner Citkomm

Die SPD-Fraktion im Kreistag Siegen-Wittgenstein unterstützt die von der Geschäftsführung der Kommunalen Datenzentrale (KDZ) Westfalen-Süd angestoßenen Untersuchungen, an deren Ende eine enge Kooperation mit dem in Iserlohn ansässigen Unternehmen Citkomm, das von den Kommunen in den Kreisen Soest, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis getragen wird, stehen könnte.

Die KDZ Westfalen-Süd mit Sitz in Siegen ist ein kommunaler Zweckverband, der seit mehr als 40 Jahren Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikations-technologien für die Kommunalverwaltungen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe erbringt. Insgesamt werden von der KDZ 18 Städte und Gemeinden und die beiden Landkreise von der Konzeption für EDV-Lösungen bis hin zur Beschaffung und Installation betreut. Dabei werden eine Vielzahl von Fachverfahren in einem modernen Rechenzentrum gehostet und über ein eigenes Richtfunknetz an über 4.000 Arbeitsplätzen in den Verwaltungen der Kreise, Städte und Gemeinden zur Verfügung gestellt. Daneben bedient die KDZ auch Kunden außerhalb des Verbandsgebietes mit Leistungen aus ihrem Produktportfolio. Die KDZ ist seit ihrer Gründung im Jahr 1969 organisatorisch besonders eng mit der Verwaltung des Kreises Siegen-Wittgenstein verflochten.

Angesichts der rasanten technischen Entwicklung, die gerade in den Bereichen der elektronischen Datenverarbeitung und der Informations- und Kommunikationstechnologie feststellbar ist, muss sich die KDZ Westfalen-Süd stetig neuen Herausforderungen stellen. Dabei geht es insbesondere darum, für die kommunalen Verwaltungen in Siegen-Wittgenstein und Olpe ein verlässlicher und leistungsfähiger Partner zu bleiben und die Leistungen auf einem wirtschaftlich günstigen Niveau zu erbringen. Eine dazu von der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen durchgeführte vergleichende Untersuchung der kommunalen Datenzentralen in NRW bestätigt, dass die KDZ Westfalen-Süd in vielen Leistungsbereichen eine Spitzenposition einnimmt. Dennoch fordern insbesondere die kommunalen Anwender eine noch schnellere und kostengünstigere Erfüllung ihrer Aufträge und Wünsche.

„Dies ist verständlich und richtig,“ sagte jetzt Michael Sittler, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag Siegen-Wittgenstein, nachdem sich seine Fraktion intensiv mit der Thematik befasst hat. „Kommunale Eigenbetriebe und Zweckverbände sind genauso wie die Verwaltungen selbst gefordert, ihr Leistungsportfolio ständig weiterzuentwickeln und den Anwendern kostengünstige Lösungen zu bieten. Dies gilt in besonderem Maße auch für die KDZ.“ Wenn dies über Kooperationen mit anderen kommunalen Datenzentralen und so zu erschließende Synergieeffekte besser zu gewährleisten sei, dann müssten entsprechende Kooperationen genau geprüft und vorangetrieben werden. „Die SPD-Kreistagsfraktion befürwortet daher die laufenden Untersuchungen, an deren Ende eine enge Zusammenarbeit zwischen der KDZ und der Citkomm aus Iserlohn stehen könnte.“ Der SPD-Fraktionschef machte aber auch deutlich, dass seine Partei von den Landräten und Bürgermeistern ein transparentes Entscheidungsverfahren unter Einbindung der kommunalpolitischen Gremien in den Kreisen, Städten und Gemeinden erwartet: „Es darf nicht sein, dass die Kooperationsfrage nur in den Gremien des Zweckverbandes diskutiert und entschieden wird. Hier sollten alle Verbandsmitglieder und damit auch alle kommunalen Parlamente einbezogen werden. Das ist nicht nur demokratisch der richtige Weg, sondern erhöht auch das Wissen und die Nähe der kommunalen Politik über die und zur KDZ.“

Roland Abel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag und Mitglied des Regionalrates bei der Bezirksregierung in Arnsberg, konnte in der angestrebten Zusammenarbeit sogar eine regionalpolitische Komponente erkennen: „Mit der KDZ und der Citkomm würden dann die kommunalen Datenzentralen kooperieren, die das Gebiet der Region Südwestfalen abdecken. Damit wird die regionale Zusammenarbeit weiter gefördert und gestärkt!“ Diese Wirkung – darin waren sich die Mitglieder der SPD-Fraktion einig – könnte allerdings nur eine vorübergehende sein. „Angesichts der in NRW noch vorhandenen großen Anzahl von kommunalen Datenzentralen werden mittelfristig weitere Kooperationen oder sogar Fusionen notwendig sein,“ merkte Bernd Dehmel, Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion, an. „In Nordrhein-Westfalen gibt es heute noch neun Datenzentralen, in Baden-Württemberg beispielsweise nur zwei. Das zeigt, wohin die Reise geht. Wir werden bei diesem Prozess daher aus sozialdemokratischer Sicht auch ein besonderes Augenmerk darauf richten, ob mit den Beschäftigten vernünftig umgegangen wird und eine Anbindung an öffentliche Tarifverträge erhalten bleibt.“