Regionale-Projekt der Kreissportbünde droht zu scheitern

Ein wichtiges – von den fünf Kreissportbünden in Südwestfalen vorgeschlagenes – Projekt für die Regionale 2013 droht zu scheitern. Das berichtete der Vorsitzende des Kreissportbundes Siegen-Wittgenstein, Ottmar Haardt, jetzt in einer Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion. Der Titel des Projektes lautet „Sport bewegt Südwestfalen – Sport als Wirtschafts- und Standortfaktor – dem demographischen Wandel nachhaltig entgegen wirken“ und könnte eine zukunftssichernde Orientierung für den organisierten Sport in unserer Region darstellen. Für den Kreis Siegen-Wittgenstein sieht es, wie Ottmar Haardt den SPD-Politikern erläuterte, den Aufbau eines möglichst flächendeckenden Netzes an sportmedizinischen Nachsorgegruppen für Schlaganfallpatienten durch die Sportvereine vor. Die entsprechenden Potenziale seien dafür in den heimischen Vereinen durchaus vorhanden, betonten Haardt und Erich Upphoff, sachkundiger Bürger der SPD-Kreistagsfraktion und ein Kenner der Szene. Leider sei nun die Realisierung des Projekts in weite Ferne gerückt.

Hintergrund: In den Gesprächen zwischen den beteiligten Kreissportbünden und der Südwestfalen-Agentur hatte sich herausgestellt, dass beide Seiten unterschiedlicher Auffassung sind, wie der Realisierungsprozess konkret auszugestalten wäre. Daraufhin hatten sich die südwestfälischen Kreissportbünde in Abstimmung mit dem Landessportbund darauf verständigt, dieses gemeinsame Projekt zu stoppen, da man aktuell keine wirkliche Perspektive mehr für eine Verwirklichung im Rahmen der Regionale 2013 gesehen hatte. Damit wäre der organisierte Sport mit seiner sehr großen Zahl an ehrenamtlich aktiven Mitstreitern in der heimischen Regionale nicht mehr vertreten.

SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Sittler erklärte: „Die SPD-Kreistagsfraktion bedauert diese unerfreuliche Entwicklung und hofft sehr, dass es doch noch gelingen wird, das von den Kreissportbünden vorgeschlagene Projekt, wenn auch in modifizierter Form, im Rahmen der Regionale zu verwirklichen. Denn es gibt nach unserem Eindruck bislang noch zu wenige Projekte, durch die das bürgerschaftliche Engagement gesellschaftlich relevanter Gruppierungen angemessen gewürdigt und hervorgehoben wird. Gerade für die ländlich geprägten Teile Südwestfalens ist die ehrenamtliche Arbeit, die nicht nur in Sport-, sondern auch in vielen anderen Vereinen geleistet wird, von zentraler Bedeutung. Daher haben wir die Erwartung, dass dem auch im Rahmen der Regionale gebührend Rechnung getragen wird. Ansonsten bliebe das Bild unserer Region, das ja über ihre Grenzen hinaus den Menschen durch die Regionale 2013 vermittelt werden soll, sehr unvollständig.“

Die SPD-Kreistagsfraktion hat inzwischen eine Anfrage zur nächsten Kreistagssitzung am 24. März 2012 gestellt, um Näheres über die Hintergründe zu erfahren, warum sich der Projektvorschlag der Kreissportbünde bisher nicht durchsetzen konnte. Die SPD möchte insbesondere auch wissen, welche Kenntnisse Landrat Paul Breuer (CDU) und die politischen Gremien der Südwestfalen-Agentur über den entstandenen Konflikt zwischen den Kreissportbünden und der Südwestfalen-Agentur haben, und gegebenenfalls seit wann. Weiter bittet die SPD-Kreistagsfraktion den Landrat um eine Bewertung dieser Vorgänge aus seiner Sicht. Michael Sittler fügte abschließend hinzu: „Auch möchten wir gerne wissen, welche Aktivitäten Landrat, Regionale-Ausschuss und -beirat bisher entwickelt haben, um das von den Kreissportbünden vorgeschlagene sinnvolle Projekt förderfähig zu machen.“