SPD-Basis setzt auf bewährtes Duo

Ein klares Votum der Basis: Die SPD geht erneut mit Tanja Wagener und Falk Heinrichs in den Landtagswahlkampf. In einem Parteikonvent waren alle 1900 Mitglieder aufgeforedert ihre Kandidaten zu küren.
Allerdings mussten – entsprechend dem Wahlgesetz – anschließend noch die Wahlkreiskonferenzen entscheiden. Das Pikante: Der Konvent kann aber deb Delegierten kein Votum vorschreiben. Daher war im Vorfeld eine Diskussion entbrannt, dass die unterlegenen Bewerber gar nicht mehr bei den Konferenzen antreten sollten.
Das Votum der Basis fiel überraschend eindeutig aus: Im Wahlkreis 126 (Burbach, Freudenberg, Neunkirchen und Siegen) stimmten nur 96 Mitglieder für Beate Grimm (Freudenberg), allerdings 162 für Tanja Wagener (Siegen). Im Wahlkreis 127 (Hilchenbach, Kreuztal, Netphen, Wilnsdorf und die drei Wittgensteiner Kommununen) traf Falk Heinrichs (Burbach) auf Arno Wied (Bad Berleburg). Der Kandidat aus dem Jahr 2010, Falk Heinrichs bekam 178 Stimmen, der Wittgensteiner Kandidat Arno Wied lediglich 85.

Arno Wied verlor auch im zweiten Anlauf
Heinrichs und Wagener hatten sich der Basis zuvor bei der zweistündigen Vorstellung in der Bismarckhalle deutlich emotionaler und leidenschaftlicher präsentiert und ihre Erfahrung als Wahlkämpfer in den Mittelpunkt gestellt. Denn bis zur vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai bleiben nur sechs Wochen: Schlechte Karten für die neuen und unbekannten Bewerber.
Vor allem aber wurde die regionale Karte gezogen: „Die Wahl wird vor allem in Siegen entschieden. Und man muss vor allem da bekannt sein“, warb die Siegener Rechtsanwältin für sich. Bewusst kokett, vielleicht eine Spur zu kumpelhaft, ging Wagener mit ihren vermeintlichen Schwächen um: „Ich will in den Landtag und nicht Miss World werden.“ Zudem gab sie sich – obwohl Vorsitzende des größten Stadtverbandes – bewusst als Außenseiterin: „Ich gehöre gleich vier Minderheiten in der SPD an: Ich bin jung, eine Frau, selbstständig und katholisch.“
Auf die regionale Karte setzte auch Arno Wied: Denn er wohne im Gegensatz zu seinem Burbacher SPD-Gegenkandidaten Falk Heinrichs und der CDU-Amtsinhaberin Monika Brunert-Jetter im Wahlkreis. Doch dies nutzte im nichts: Das Votum der Basis fiel überraschend deutlich gegen ihn aus. Dennoch trat er bei der Delegiertenkonferenz erneut an und unterlag auch dort: Von den 58 Delegierten stimmten nur 26 für ihn, aber 33 für Heinrichs.
Dabei lagen die Bewerber bei den Themen sehr nah beieinander: Vor allem die Verbesserung der Kommunalfinanzen, die verbesserte Verkehrsanbindung von Wittgenstein, die Energiewende, kostenfreie Bildung, aber auch die Bewältigung des demografischen Wandelsund die Bekämpfung von prekärer Beschäftigung und Fachkräftemangel waren die dominierenden Themen.
Lediglich Beate Grimm, zugleich Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, sprach sich nicht für eine verbesserte Verkehrsanbindung und Gewerbegebiete aus. Wegen des deutlichen Votums beim Wahlkonvent trat sie allerdings bei der Delegiertenkonferenz nicht mehr an.

– Westfälische Rundschau / Westfalenpost –