Falk Heinrichs besuchte AWO-Seniorenzentrum in Kreuztal

„Unsere Personalausstattung reicht aus, um die Pflege der uns anvertrauten älteren Menschen auf hohem Niveau zu gewährleisten. Aber es fehlt nicht selten die wün-schenswerte Zeit auch für menschliche Zuwendung“, bedauerte Hartmut Klein, Leiter des ‚Hans-Georg Vitt Seniorenzentrums Kreuztal’ der AWO, jetzt bei einem Besuch des SPD-Landtagskandidaten Falk Heinrichs.

Falk Heinrichs: „Ich weiß, dass dies ein verbreitetes Problem in nahezu allen vergleichbaren Einrichtungen ist. Eine personelle Ausstattung, die auch diesen Bedürfnissen in vollem Um-fange Rechnung tragen würde, ist leider schwer zu finanzieren. Wichtig und wünschenswert für die Seniorinnen und Senioren ist daher, dass diese Lücke durch die Familien, soweit vor-handen, oder auch durch ehrenamtliche Kräfte, die sich mit um ihre Betreuung kümmern, zumindest ein Stück weit geschlossen werden kann.“

Zurzeit umsorgen ca. 60 Beschäftigte, davon etwa 45 in der Pflege, die 116 Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums. Es sind in der Kreuztaler Einrichtung Plätze für insge-samt 126 Heimbewohner vorhanden. Es stehen aktuell 20 Doppel- und 86 Einzelzimmer zur Verfügung.

Falk Heinrichs und Regionalratsmitglied Roland Abel, der den SPD-Landtagskandidaten be-gleitete, erfuhren, dass in absehbarer Zeit ein Umbau bevorsteht. „Dabei geht es um eine Modernisierung insbesondere auch der sanitären Einrichtungen der Appartements (Dusch-bäder usw.), die noch aus den siebziger Jahren stammen. Gleichzeitig möchten wir den Anteil der Doppelzimmer weiter verringern, da die Nachfrage nach Einzelzimmern aus ver-ständlichen Gründen sehr hoch ist“, erläuterte Einrichtungsleiter Hartmut Klein. Die Unter-bringung in Einzelzimmern gestatte doch wesentlich mehr Individualität und gebe dem ein-zelnen vor allem auch jederzeit eine Rückzugsmöglichkeit. „Der Wunsch nach einer mög-lichst individuellen Unterbringung ist heute weitaus stärker ausgeprägt als in den ersten Nachkriegsjahrzehnten“, betonte Klein.

Im Gegenzuge sind gemeinsame Veranstaltungen und Aktivitäten gefragt. Das reicht von der Gymnastik bis hin zum Gedächtnistraining. Diese Angebote würden – so der Einrichtungslei-ter – von den älteren Menschen gerne angenommen. Stolz ist Klein darauf, dass es in seinem Hause noch eine eigene Küche gibt. Die Mahlzeiten werden auf den verschiedenen Etagen eingenommen.

Zur Sprache kam auch die Bezahlung von Pflegekräften. „Wer in diesem Bereich arbeitet, kann davon bekanntlich nicht reich werden, obwohl unsere Beschäftigten in jeder Hinsicht Tag für Tag extremen Belastungen ausgesetzt sind“, beschrieb Hartmut Klein die für die Be-troffenen unbefriedigende und schwierige Situation. Dazu erklärte Falk Heinrichs: „Natürlich darf der Beitrag zur Pflegeversicherung nicht ins Uferlose klettern. Andererseits ist es auf Dauer nicht hinnehmbar, dass Pflegefachkräfte, die einen anspruchsvollen und anstrengen-den Dienst unmittelbar am Menschen leisten, deutlich weniger verdienen als etwa ein Fach-arbeiter in der Industrie. Hier wird man künftig nach Lösungen, die auch volkswirtschaftlich vertretbar sind, suchen müssen. Das wird nicht einfach sein, auch weil es in den kommenden Jahrzehnten immer mehr alte und pflegebedürftige Menschen geben wird.“