Falk Heinrichs informierte sich bei „VergissMeinNicht“ in Netphen

Menschen, die einen demenzkranken Angehörigen betreuen und pflegen, sind immensen Belastungen ausgesetzt. In Netphen bemüht sich der gemeinnützige Verein „VergissMeinNicht“ darum, den Betroffenen konkrete Hilfe anzubieten. Seit dem 1. Februar 2012 hat der Verein ein neues Zuhause gefunden – und zwar in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Freizeitparkgebäudes an der Brauersdorfer Straße.

Dort konnte Einsatzleiterin Silke Sanchez jetzt die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Netphen, Annette Scholl, und den heimischen Landtagskandidaten der SPD, Falk Heinrichs, begrüßen. „Hier in diesen freundlichen Räumen findet jetzt an zwei Nachmittagen in der Woche eine Betreuungsgruppe für demenzkranke Menschen statt. Zuvor bestand dieses Angebot an unserem früheren Standort in Dreis-Tiefenbach nur einmal wöchentlich. Wir freuen uns, dass wir den Wunsch nach einem zweiten Betreuungsnachmittag nunmehr erfüllen können“, betonte Silke Sanchez. Darüber hinaus bietet der Verein auch häusliche Einzelbetreuung statt, ebenso können hauswirtschaftliche Hilfen angefordert werden.

Falk Heinrichs zeigte sich beeindruckt und meinte: „Hier erfahren die pflegenden Angehörigen demenzkranker Menschen in der Tat eine wertvolle und für sie unverzichtbare Hilfe. Die Betroffenen benötigen dringend eine regelmäßige Auszeit, die ihnen so ermöglicht wird. Nur auf diese Weise können sie wieder Kraft für die belastende Pflege und Betreuung ihres erkrankten Angehörigen tanken.“ VergissMeinNicht e.V. ist Kooperationspartner im gemeindenahen Verbund „Atempause“. Falk Heinrichs lobte insbesondere auch „das vorbildliche ehrenamtliche Engagement der aktiven Mitglieder des Vereins“. Die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Scholl unterstrich dies und wies darauf hin, das der Vorstand und die Einsatzleiterinnen die neuen Räume in Eigenleistung ansprechend und gemütlich eingerichtet haben.

„Wir als Kommune wissen diesen Verein und seine Aktivitäten sehr zu schätzen. Die Stadt Netphen wird sich weiterhin darum bemühen, die erforderliche Unterstützung durch Kommunalpolitik und –verwaltung zu gewährleisten, so dass diese wichtige Arbeit hier vor Ort fortgesetzt und in Zukunft möglichst auch weiter ausgebaut werden kann. Überall, auch bei uns in Netphen, werden die Menschen immer älter, was schön ist. Aber damit steigt zugleich die Zahl der Demenzerkrankungen und damit der Bedarf an derartigen unterstützenden Betreuungsangeboten“, so Annette Scholl.

Zur Sprache kam auch deren Finanzierung. Zwar sieht das Gesetz bereits heute zusätzliche Leistungen der Pflegeversicherung für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, vor. Das gilt auch für Personen, die noch nicht in einer Pflegestufe, aber in ihrer Alltagskompetenz stark eingeschränkt sind. Dazu erklärte Falk Heinrichs: „Es ist wichtig, dass gerade auch Demenzerkrankungen künftig noch mehr mit in den Fokus der Pflegeversicherung gerückt werden. Der ausgeprägte Betreuungsbedarf etwa bei Alzheimer-Patienten ist dem Pflegebedarf bei körperlichem Verfall durchaus vergleichbar, so dass hier grundsätzlich eine Gleichbehandlung geboten erscheint.“