IHK-Hauptgeschäftsführer Mockenhaupt empfing Tanja Wagener

Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist eine „ausgesprochen industriestarke“ Region und sollte dies auch in Zukunft bleiben. Darin sind sich IHK-Hauptgeschäftsführer Franz-Josef Mockenhaupt und Tanja Wagener (SPD-MdL) einig, wie sie jetzt in einem gemeinsamen Gespräch betonten. „Für eine erfolgreiche Zukunft benötigen unsere Unternehmen insbesondere eine gute Infrastruktur und qualifizierte Fachkräfte“, fügte Franz-Josef Mockenhaupt hinzu.

Besonderen Handlungsbedarf sieht der IHK-Hauptgeschäftsführer bei den notwendigen Brückensanierungen im Zuge der A 45: „Deren mangelnde Tragfähigkeit hat inzwischen zur Folge, dass bei Schwertransporten zum Teil weite Umwege gefahren werden müssen. Auf längere Sicht gefährdet das Unternehmensstandorte und Arbeitsplätze in unserer Region.“ Tanja Wagener (MdL) kritisierte „die langjährige Vernachlässigung der Substanzerhaltung, die gerade den ‚alten’ Bundesländern heute sehr zu schaffen macht“. Dem müsse der Bundesverkehrswegeplan 2015 „nachhaltig Rechnung tragen“.

Wagener und Mockenhaupt sind übereinstimmend der Auffassung, dass mit dem Bundesverkehrswegeplan 2015 zudem die Weichen für die weitere Planung und Realisierung der ‚Route 57’ von Kreuztal nach Wittgenstein sowie für einen Ausbau auch der Ruhr-Sieg-Strecke der Bahn (insb. mit einer Erweiterung der Tunnelprofile für den Güterverkehr) gestellt werden müssen.

Tanja Wagener (MdL) hob weiter die Notwendigkeit der möglichst zeitnahen Schaffung eines Autobahnanschlusses für das angestrebte Gewerbegebiet Seelbach/Oberschelden hervor. Der IHK-Hauptgeschäftsführer bezeichnete dies auch als „sehr wünschenswert, da gerade das Oberzentrum Siegen weiterhin einen erheblichen Nachholbedarf an neuen attraktiven Industrie- und Gewerbeflächen hat“. Dass solche Entwicklungsprozesse in Siegen oft länger dauern als in manchen anderen Kommunen unserer Region, halten beide Gesprächspartner für bedauerlich, wie sie feststellten.

Mockenhaupt wies darauf hin, dass durch den Regionalplan 2006 für den Kreis Siegen-Wittgenstein landesplanerisch eine Gesamtfläche von 300 Hektar für die Schaffung neuer Industrie- und Gewerbegebiete genehmigt wurde. „Durch die zumeist aufwändige verkehrstechnische Erschließung in unserer Mittelgebirgsregion entstehen jedoch jeweils Flächenverluste von rund 30 Prozent“, fügte der IHK-Hauptgeschäftsführer hinzu.

Weitere Gesprächsthemen waren u.a. der den Betrieben künftig drohende Fachkräftemangel und die Situation an den vier Berufskollegs des Kreises Siegen-Wittgenstein. Man war sich einig, dass die Berufskollegs für die Ausbildung im bewährten dualen System von zentraler Bedeutung sind, und dass der fehlende Nachwuchs an Berufsschullehrern Sorge bereitet. Tanja Wagener (MdL) betonte, dass der im neuen Koalitionsvertrag längerfristig ins Auge gefasste schrittweise Abbau von 500 Lehrerstellen an den Berufskollegs „an die Bedingung geknüpft ist, dass sich der Bedarf an Übergangsmaßnahmen zwischen Schule und Berufsausbildung tatsächlich reduzieren lässt“. Mockenhaupt warb dafür, den Berufskollegs die betreffenden Lehrerstellen zu belassen, „um so die Qualität des normalen Berufsschulunterrichts im Rahmen der dualen Ausbildung weiter zu verbessern“.