Falk Heinrichs zur Wittgensteiner Verkehrsproblematik und ländlichen Problemen

Wittgenstein. Falk Heinrichs hat am13. Mai als Landtagsabgeordneter das Erbe von Monika Brunert-Jetter (CDU) als Landtagsabgeordneter für Wittgenstein angetreten. Im Interview mit der Westfalenpost äußert sich der 51-jährige Burbacher SPD-Politiker zu Entwicklungen und Problemen im Altkreis.

Monika Brunert-Jetter war über Jahre in Wittgenstein politisch aktiv. Spürt man das noch?

Heinrichs: Natürlich hat Frau Brunert-Jetter ihre Duftmarken hinterlassen. Aber es ist ja nicht so, dass ich die Region nicht kannte. Ich war beruflich jeden Tag in Wittgenstein bei der Bundeswehr in Erndtebrück und bereits bei meiner Landratskandidatur mit vielen Menschen in Kontakt.Und ich bin mir bewusst, dass es zwischen Siegerländern und Wittgensteinern schon Unterschiede gibt. Ich bin mit Frau Brunert-Jetter einig, dass es sich um einen tollen Wahlkreis mit tollen Menschen handelt.

Wo sehen Sie die zentralen Probleme in Wittgenstein?

Das wesentliche Problem ist natürlich die Verkehrsanbindung. Ich bin froh, dass Industrie, Politik und der größte Teil der Bevölkerung hinter der Ortsumgehungskette steht, für die ich persönlich auch schon immer war. Die Route 57 ist ein guter Ansatz.

Was halten Sie von einer Weiterführung, die ja zunächst nach Hattenbach,
jetzt nach Frankenberg gehen soll?

Alle, die mehr wollen, gefährden das Projekt. Damit holt man sich immer auch mehr Gegner ins Boot. Für mich ist die Strecke bis Schameder wichtig.

Wird das bei der SPD in Düsseldorf auch so gesehen?

Wir haben bei der SPD eine ganz klare Linie. Wir warten jetzt auf den Feststellungsbeschluss für die Umgehung Kreuztal Süd, der wohl im Frühjahr kommen wird. Wenn der da ist, dann ist der Anfang gemacht. Aber bei all dem darf man natürlich Bad Laasphe nicht vergessen.

Dort ist man sich bislang aber immer noch nicht einig.

Gleichwohl wird die Umgehung aber noch wichtiger, wenn erst die Anbindung bis Schameder da ist. Allerdings braucht Bad Laasphe eine wirkliche Ortsumgehung, keine V7. Es muss eine vernünftige Lösung her, die die Bürger unterstützen.

Wie sieht Ihr Koalitionspartner in Düsseldorf die Wittgensteiner Verkehrsanbindung?

Die Grünen haben eine ganz andere Ideologie. Aber es läuft ja alles. Das Projekt ist im Bundesverkehrswegeplan.

Von der Verkehrsanbindung könnte Wittgenstein auch touristisch profitieren. Wo sehen Sie dort Chancen?

Wittgenstein hat tolle Ecken. Es kann sich touristisch noch mehr erschließen. Ich habe auch nichts gegen das Wisent-Projekt, wenn es für den Tourismus etwas bringt. Das Hauptthema ist Wandern und Natur. Aber grundsätzlich müssen wir in größeren Zusammenhängen denken. Wir dürfen nicht nur Siegerland, Wittgenstein und das Sauerland sehen. Wir müssen die Marke Südwestfalen nach vorn bringen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Wir sind gerade dabei, eine Südwestfalen-SPD zu gründen. Damit wollen wir erreichen, dass die Region auch in Düsseldorf wahrgenommen wird. Die ländliche Problematik können wir dort nur gemeinsam darstellen. In diesem Zusammenhang ist es gut, dass wir ländliche Landtagsmitglieder vor Ort haben, die die Probleme kennen.

Welche sind das besonders?

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung u.a. der so genannte Donut-Effekt. An den Rändern wird gebaut und in der Mitte verwaisen die Ortschaften.

Wie kann man den ländlichen Raum stärken?

Wichtig ist, dass Geld in die Kommunen kommt. Mit dem Stärkungspakt Stadtfinanzen haben wir einen ersten Schritt gemacht.

mit Falk Heinrichs (MdL)
sprach Karl-Peter Rasche, Westfalenpost Bad Berleburg