„Wie wollen wir in Zukunft pflegen?“

Neben dieser Sorge besteht der Wunsch, im Falle von Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich in der eigenen häuslichen Umgebung bleiben und möglichst selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. „Die Pflegeversicherung hat sich grundsätzlich als solidarische und paritätisch umlagefinanzierte Sozialversicherung bewährt, denn sie bietet Unterstützung im Falle von Pflegebedürftigkeit,“ sagte Willi Brase zum Abschluss seiner Begrüßung und übergab das Wort seiner Bundestagskollegin Bärbel Bas, Mitglied des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag

Allerdings machen gesellschaftliche Veränderungen die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung notwendig. Die SPD-Bundestagsfraktion hat dazu einen umfassenden Vorschlag für ein Gesamtkonzept Pflege erarbeitet. Mit diesem Gesamtkonzept wollen wir für Pflegebedürftige die Unterstützung und Sicherung der Teilhabe ausweiten, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglichen, die gute Arbeit für Pflegefachkräfte gewährleisten und die Pflegeinfrastruktur ausbauen. Darüber hinaus will die SPD-Bundestagsfraktion die Potentiale der Familien, der Nachbarschaften sowie des ehrenamtlichen Engagements stärken und mit professionellen Pflege- und Betreuungsstrukturen verknüpfen. Das Wohnumfeld und ambulante Betreuungsformen und Hilfeangebote müssen den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen vor Ort entsprechen.
Zwei Punkte wurden sehr intensiv diskutiert. Von den Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten wurde massiv der hohe und intensive Aufwand der Dokumentationspflicht kritisiert. Weit über 30 Prozent der Tätigkeit der Pflegekräfte ist der Plicht zur Dokumentation geschuldet. Dieses muss dringend verringert und entbürokratisiert werden. Ausgebildete Pflegkräfte verlassen durchschnittlich nach 3jähriger Berufstätigkeit dieses Arbeitsfeld und orientieren sich andererseits. Wesentlicher Grund ist neben der nicht ausreichenden Bezahlung die hohe bürokratische Belastung in der Tätigkeit. Gefordert wurde , dass bei der Bewertung der Pflegetätigkeit egal, ob im einem Pflegeheim oder in der mobilen Pflege wesentlich mehr Raum und Zeit für das Gespräch und vernünftige Betreuung der Pflegebedürften notwendig ist.
„Die Vertaktung und totale Durchstrukturierung der Tätigkeit in der Pflege birgt die Gefahr, dass die Attraktivität des Pflegeberufes weiter sinkt.“ urteilte Willi Brase.