Genossen bringen sich in Stellung

Die gesamte Bad Berleburger SPD steckt im Umbruch. Sie ordnet sich strukturell neu und richtet sich politisch auf Angriff aus. Das wurde in der Jahreshauptversammlung des neuen Ortsvereins Bad-Berleburg-Mitte am Montagabend im Hof Klingelbach deutlich. „Wir müssen den Menschen zeigen, die SPD vor Ort gibt es noch“, schwor der Ortsvereinsvorsitzende Arno Wied die Mitglieder ein. Mit dem Zusammenschluss der Genossen der Kernstadt mit denen aus den Ortschaften Berghausen, Girkhausen, Schüllar-Wemlinghausen, Hemschlar, Rinthe, Stünzel und Weidenhausen zum Ortsverein Bad Berleburg-Mitte haben sich die Sozialdemokraten laut dem Ortsvereinsvorsitzenden, dem „erheblichen und bedauernswerten Mitgliederrückgang“ gestellt. „Wir wollen auf das demografische Problem reagieren“ , sagt Wied. Durch die inzwischen 70 Mitglieder nach der Fusion ist der Ortsverein einer der Größten in Siegen-Wittgenstein. Nachdem sich inzwischen auch die Ortsvereine aus dem Elsofftal und unteren Edertal zusammengeschlossen haben, gibt es jetzt mit Raumland/Dotzlar/Sassenhausen und Aue-Wingeshausen nur noch vier Ortsvereine im Stadtverband. Auch der wird sich in zwei Wochen neu aufstellen. Am Montag, 19. November kommen die Genossen zu einem konstituierenden Stadtverbandstag zusammen, kündigte Arno Wied an, der auch Stadtverbandsvorsitzender ist.
Dass sich die Sozialdemokraten in Bad Berleburg strukturell und personell neu aufstellen, soll Kräfte freisetzen, die die kleinen Ortsvereine so nicht mehr hatten. „Wir wollen endlich auch wieder politisch diskutieren und auch etwas für die Geselligkeit tun. Das kam in den letzten Jahren zu kurz“, so Wied. Durch mehr Aktivität wollen sich die Berleburger auch wieder mehr nach Außen hin präsentieren und den Mitgliederschwund aufhalten.
Um Menschen für Politik zu interessieren und auch neue Mitglieder zu gewinnen, wollen die Berleburger vor allem aber ihr politisches Profil in der Kommunalpolitik schärfen: „Der Berleburger Weg hat einerseits zu Unverständnis bei Mitgliedern andererseits aber auch zu Anerkennung geführt“, sagte Arno Wied. „Wir müssen die Finanzen der Stadt im Blick haben. Aber das darf nicht zur sozialen Ungerechtigkeiten führen. Es geht nicht, dass wir nur Leistungen kürzen und Steuern und Gebühren erhöhen oder neue Abschreibungsmodelle im Abwasserbereich einführen“, zielte der Ortsvereinsvorsitzende kampfeslustig in Richtung CDU, Bürgermeister und Stadtverwaltung.

Verbesserungswürdige Politik

Als Beispiele für eine verbesserungswürdige Kommunalpolitik nannte Wied auch das „fehlerhafte Parkraumbewirtschaftungskonzept“ bei dem von falschen Einnahmeerwartungen ausgegangen worden war und vor allem die „mangelnde Interkommunale Zusammenarbeit“. Man müsse „intelligentere Lösungen finden“. Bei der SPD soll aus der Umbruchstimmung eine Aufbruchsstimmung werden. Rückenwind erhalten die Berleburger auch in der gestiegenen Bedeutung des SPD-Stadtverbandes im Unterbezirk Siegen-Wittgenstein.

-Westfalenpost-