Die europäische Vertrauenskrise überwinden

Zu einer angeregten Diskussionsveranstaltung über die Krise in Europa hat jetzt der Bundestagsabgeordnete Willi Brase nach Freudenberg eingeladen. Als Fachreferenten konnte er den europapolitischen Sprecher der SPD –Bundestagsfraktion Michael Roth, MdB und den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Siegen Wilfried Groos begrüßen.
In seiner kurzen Eröffnung fasste Willi Brase kurz die gegenwärtige öffentliche Darstellung der Krise in Europa zusammen, die auf vielen Ebenen für Verunsicherung bei den Bürgerinnen und Bürgern sorgt. Michael Roth räumte sehr schnell mit der Theorie, dass Deutschland auch ohne Europäische Union den gleichen Stellenwert in der Weltwirtschaft einnehmen könnte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, 60% der deutschen Exporte gehen in die Europäische Union, bei einem Zusammenbruch der europäischen Wirtschaft könnten die deutschen Exporte in Länder wie China oder die USA diesen Zusammenbruch weder auffangen noch abfedern.
Für Michael Roth hat die Bundesregierung zu Beginn der Griechenlandkrise zu zögerlich gehandelt und vor allem signalisiert, dass eine Schuldenkrise einzelner Länder des Euro-Raumes vorliegt. Die Bankenkrise und die unregulierten Finanzmärkte in Europa blieben dabei stets im Hintergrund. Michael Roth fordert für die Zukunft , „dass kein Finanzmarkt, kein Finanzprodukt und kein Finanzakteur unkontrolliert bleiben darf und die Finanztransaktionssteuer dringend eingeführt werden muss, um Spekulationen einzudämmen. Weiter führte er aus, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den Ländern der EU auch zur Gefahr für die Demokratie in Europa führen kann, wenn bei allem Sparwillen nicht ein Programm für Jobs und Qualifizierung aufgelegt wird, das den fünf Millionen jungen arbeitslosen Menschen in Europa eine Perspektive gibt.
Die Vertrauenskrise in Europa folgerte auch Wilfried Groos in seinen Ausführungen ist eine Vertrauenskrise zur Finanzpolitik. „Von Menschen für Menschen, so stelle ich mir die Zukunft des Bankwesens vor“, sagte Wilfried Groos und wies auch daraufhin, dass die Europäische Union auch eine Union gemeinsamer Werte ist, nicht nur im materiellem, sondern auch im ethischen Sinn. Europa muss eine Sozialunion mit gemeinsamen Standards werden. „Traum ist ein Europa als Wertegemeinschaft, dazu müssen aber nicht alle Stuhllehnen in Europa gleich hoch sein, war man sich unter allen Gästen einig.
„Wenn wir es schaffen diese Krise zu überstehen, hat der Euro seinen Stresstest bestanden,“ mit diesen Worten schloss Willi Brase die Diskussion und bedankte sich bei allen Anwesenden für eine sachliche und konstruktive Diskussion.