Verkehrsminister sagt Unternehmern Hilfe zu

In einem Gespräch bei NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hatten jetzt Vertreter Siegerländer Unternehmen Gelegenheit, ihre Probleme mit der Abwicklung von Schwertransporten vorzustellen. Begleitet wurde die Delegation von Hermann-Josef Droege, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), Landrat Paul Breuer, MdB Willi Brase sowie den Landtagsabgeordneten Tanja Wagener und Falk Heinrichs.

Marode Brücken und Straßen sowie ein aufwändiges Verwaltungsverfahren stellen für die Unternehmen Hürden dar. Dadurch dauern Schwertransporte nicht nur immer länger, sondern werden auch deutlich teurer.

Siegerländer Unternehmer erläuterten dem Minister anhand von Beispielen die konkreten Probleme. Neben der Notwendigkeit, mittel- und langfristig die Verkehrsinfrastruktur instand zu setzen, forderten sie auch kurzfristige Lösungen, zum Beispiel ein oder zwei verlässliche Schwerlastrouten zu definieren, die aus der Region Richtung Duisburg oder zum Hamburger Hafen führen. Diese Routen sollten für einen längeren, überschaubaren Zeitraum verlässlich zur Verfügung stehen und im Transportfall deutlich verkürzte und erleichterte Genehmigungsverfahren ermöglichen.

Droege verwies auf die Ergebnisse einer Studie zum Schwerlastverkehr von Professor Steinbrecher, die er im Auftrag der IHK erstellt hatte. Steinbrecher habe einen Katalog von Vorschlägen erarbeitet, wie dem Problem durch kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen beizukommen ist. Bei bis zu 15 Schwerlasttransporten in einer Nacht im Kreis Siegen-Wittgenstein werde auch die notwendige Polizeibegleitung gelegentlich zum Problem. Deshalb, sollten Private als Transportbegleiter zugelassen werden, regten die Unternehmer sowie der Gutachter an.

Verkehrsminister Groschek sagte, nicht zuletzt die Studie von Professor Steinbrecher habe zur Sensibilisierung für dieses regionale Problem beigetragen. Das Ministerium habe die Studie ausgewertet. „Wir sehen deutlichen Handlungsbedarf.“ Es werde geprüft, wie die bisher auf das Innenministerium, das Wirtschaftsministerium und das Verkehrsministerium aufgeteilten Zuständigkeiten bei Schwerlastverkehren besser verzahnt werden können.

Aber auch der Bund habe einen Verantwortungsanteil in Bezug auf den Zustand der Bundesfernstraßen, so Groschek. „Zusätzlich“, so Ekhart Maatz, Abteilungsleiter im Ministerium, „wollen wir die Möglichkeit von Konvoi-Genehmigungen prüfen.“
Landrat Breuer bot an, für den Kreis Siegen-Wittgenstein im Rahmen einer Projektgruppe exemplarisch für NRW alle Zuständigkeits- und Genehmigungsfragen zu diskutieren und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.

-Westfälische Rundschau, Westfalenpost-