Wochenendseminar der Weidenauer SPD in Lennestadt:

Die Vorbereitung der 2013/14 anstehenden Wahlen stand jetzt im Mittelpunkt eines Wochenendseminars, zu dem der SPD-Ortsverein Weidenau nach Langenei eingeladen hatte. Als Moderator war Sebastian Hartmann (Rhein-Sieg-Kreis) von der SPD-Parteischule engagiert, der u.a. den heimischen Bundestagsabgeordneten Willi Brase zu einem gemeinsamen Abendessen mit anschließendem ‚Kamingespräch’ begrüßen konnte. An dem Treffen, das Bildungsbeauftragter Erik Dietrich organisiert hatte, nahmen neben zahlreichen Weidenauer SPD-Mitgliedern auch VertreterInnen benachbarter SPD-Ortsvereine teil.

Willi Brase (SPD-MdB) machte deutlich, dass das Thema Soziale Gerechtigkeit im Bundestagswahlkampf aus seiner Sicht eine zentrale Rolle spielen werde. „Die Bekämpfung prekärer Beschäftigung steht für die SPD ganz oben auf der Tagesordnung. Dazu gehört insbesondere die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns. Außerdem gilt es, der künftig drohenden Altersarmut entschieden den Kampf anzusagen“, betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete und fügte hinzu: „Da wir gleichzeitig die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in den Griff bekommen müssen, wird es notwendig sein, die Teile der Bevölkerung, die das gut verkraften können, steuerlich stärker in die Pflicht zu nehmen. Wir können die Haushalte nicht nur durch Einsparungen konsolidieren, sondern der Staat und die Kommunen benötigen auch Einnahmeverbesserungen.“

In der Diskussion mit dem Bundestagsabgeordneten wurde kritisch angemerkt, dass die Bekämpfung unzumutbarer Arbeitsbedingungen natürlich auch voraussetzt, dass die Menschen in unserem Land bereit sind, für qualitativ gute Waren und Dienstleistungen einen angemessenen und fairen Preis zu zahlen. „Diese Bereitschaft lässt in der heutigen Zeit leider immer häufiger zu wünschen übrig. Die in unserer Gesellschaft verbreitet anzutreffende ‚Geiz-ist-geil-Mentalität’ steht in einem eklatanten Widerspruch zu der berechtigten Erwartung eigentlich aller Menschen, dass ihre Arbeitsleistung eine angemessene Wertschätzung erfährt“, meinte Rainer Dringenberg, Pressesprecher des SPD-Ortsvereins Weidenau sowie des SPD-Unterbezirks Siegen-Wittgenstein.

Zur Sprache kam ferner die studentische Wohnungsnot in Siegen. Dazu erklärte Weidenaus SPD-Ortsvereinvorsitzender Reiner Lorenz: „Dieses Problem wird gerade auch im Hinblick auf die nächste Kommunalwahl aufzugreifen sein. Den bürgerlichen Parteien und – erstaunlicher Weise – auch den Grünen im Stadtrat scheint die Brisanz dieses Themas nicht wirklich bewusst zu sein. Darauf deutet zumindest ihre bisherige Weigerung hin, den Standort und das Gebäude der ehemaligen Jugendherberge am Oberen Schloss für die Errichtung eines zusätzlichen Studentenwohnheims zu nutzen.“ Das Studentenwerk Siegen würde das Gebäude gerne für diesen Zweck erwerben. „Die Schaffung weiterer erschwinglicher Wohnheimplätze für weniger gut situierte Studierende, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance haben, ist dringend geboten. Hier steht die Universitätsstadt Siegen in einer besonderen Verantwortung“, unterstrich auch Willi Brase (MdB).