Besuch beim Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises

Tanja Wagener (SPD-MdL) und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Siegen, Peter-Thomas Stuberg, sind sich einig: Ein vertrauensvolles, konstruktives Verhältnis der Kirchen zur Politik sowie zur öffentlichen Verwaltung ist sehr wichtig und sollte daher von beiden Seiten sorgfältig gepflegt werden. Bei einem Besuch der Landtagsabgeordneten verwies Peter-Thomas Stuberg beispielhaft auf einige wichtige Berührungspunkte: Kindertagesstätten, Krankenhäuser oder auch das Evangelische Gymnasium in Weidenau, das in unserer Region eine Besonderheit darstelle.

Tanja Wagener (MdL) begrüßte das vielfältige Engagement der Kirchen vor allem auch im sozialen Bereich. Konfessionelle Kindertagesstätten seien, so der Superintendent, bei den Eltern besonders stark nachgefragt. „Hier werden Grundwerte vermittelt, die für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft konstitutiv sind“, betonte Peter-Thomas Stuberg. Tanja Wagener stimmte dem zu und meinte: „Obwohl natürlich ein großer Teil dieser kirchlichen Aktivitäten öffentlich refinanziert wird, ist es auch aus meiner Sicht sehr wünschenswert, dass die Kirchen weiterhin Träger derartiger Einrichtungen bleiben.“

Der Superintendent betonte, dass der evangelische Kirchenkreis mit seinen Gemeinden rund 1,01 Mio Euro als verbleibenden Trägeranteil pro Jahr aus Kirchensteuermitteln aufbringt. „Aber ich bin davon überzeugt, dass dieses Geld gut angelegt ist.“ Zur allgemeinen Lage der kirchlichen Finanzen bemerkte Stuberg, dass zurzeit relativ gute Kirchensteuereinnahmen zu verzeichnen sind. „Aber wir wissen natürlich nicht, wie sich die wirtschaftliche Lage und damit auch die Einnahmesituation der Kirchen künftig entwickeln wird.“ Tanja Wagener lobte zugleich das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder in den Gemeinden und sonstigen kirchlichen Einrichtungen. „Dieser Einsatz ist vorbildlich und verdient unsere volle Unterstützung“, so die SPD-Politikerin.

Weiteres Thema war das neue Ladenschlussgesetz des Landes NRW. Künftig darf es pro Kommune – also auch in den Großstädten – jährlich nur noch maximal 11 verkaufsoffene Sonn- und Feiertage geben, davon zwei in der Adventszeit. „Damit ist es uns zumindest gelungen, Auswüchse zu begrenzen“, betonte Tanja Wagener (MdL). Die CDU wollte das Gesetz dagegen gar nicht ändern. Der Superintendent machte deutlich, dass er mit der neuen Regelung zufrieden sei, wenngleich sich die Kirchen hier sicherlich eine noch konsequentere Linie gewünscht hätten. Stuberg und Wagener sind sich einig, dass es beim Sonntagsschutz nicht nur um religiöse Aspekte, sondern vor allem auch um die Interessen der Beschäftigten im Einzelhandel und ihrer Familien geht.

Tanja Wagener, die bekanntlich selbst im Kammerchor Weidenau, einem Dekanatschor der katholischen Kirche, aktiv ist, lobte ferner „das hohe Leistungsniveau auch der evangelischen Kirchenmusik“ in unserer Region, an deren Spitze die Kantorei und der Bach-Chor stehen. Stuberg verwies auf unterschiedliche Schwerpunkte und sprach von einer „gesunden Ergänzung“ beider Chöre. – Tanja Wagener und Peter-Thomas Stuberg verabredeten für die Zukunft regelmäßige Kontakte und Gespräche.