Arbeiten bis zum Umfallen

Zu dieser Fragestellung hatte die Freudenberger SPD bereits eine ungewöhnliche Aktion in der vergangenen Woche auf der Olper Straße gestartet. Vier „menschliche Plakatständer“ hielten den Passanten und Autofahrern großflächige Plakate zum Thema entgegen. Und die Reaktion blieb nicht aus: nickend – hupend – winkend – Daumen hoch – so signalisierten sie ihre Meinung deutlich und unzweifelhaft.
Nun folgte auf diese Aktion eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im Ratssaal in Freudenberg, die von interessierten Bürgern und Bürgerinnen besucht wurde.
Referent des Abends war Gerhard Kompe, der jede Gelegenheit wahrnimmt, um sich für die besonderen Belange älterer Menschen einzusetzen und für Engagement in der Seniorenarbeit zu werben. In diesem Sinne ist er seit dem Jahr 2000 als Vorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft AG 60plus im Unterbezirk Dortmund tätig und seit 2006 Vorsitzender der SPD Arbeitsgemeinschaft AG 60plus im Landesbezirk Nordrhein-Westfalen.
Dem kurzen Statement von Willi Brase „Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, muss auch eine gute Rente bekommen“, folgte Gerhard Kompe dann auch in seinen Ausführungen und machte deutlich, was diese Aussage für die SPD beinhaltet:
Der abschlagsfreie Zugang zur Rente ab 63 Jahren nach 45 Versicherungsjahren, eine attraktive Teilrente ab 60, keine Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente und mehr Möglichkeiten für Zusatzbeiträge zur Rentenversicherung. Eine Solidarrente wird dafür sorgen, dass die Rente bei 30 Beitrags- und 40 Versicherungsjahren nicht unter 850 Euro liegt. Die Anhebung des Renteneintrittsalters wird die SPD aussetzen, solange nicht mindestens die Hälfte der über-60-Jährigen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat. Die betriebliche Altersversorgung wird gestärkt und bis 2020 ein einheitliches Rentensystem für Ost und West eingeführt. Er stellte Klar, das die“ das die schwarz-gelbe Bundesregierung in den letzten vier Jahren nichts getan hat, um einen Mindestlohn gesetzlich zu verankern und die Auswüchse von Leiharbeit zu verhindern. Die Armut nimmt zu, die Erwerbsexistenzen driften auseinander und die Politik der Bundesregierung führt für viele direkt in die Grundsicherung im Alter“.
Anschließend gab es eine intensive Diskussion und zum Ende positive Zustimmung der Anwesenden zu den geplanten Änderungen im Rentensystem durch die SPD-Bundestagsfraktion. Abschließend sagte Willi Brase, dass die Voraussetzung für alle genannten Punkte „endlich ein flächendeckender Mindestlohn und die Zurückführung von Minijobs und Leiharbeit ist“.