Klaus Wiesehügel bei TKS in Eichen

Die Kollegen der IG BAU Siegen erwarteten ihren Chef Klaus Wiesehügel vor den Toren der Thyssen Krupp Steel AG in Eichen. Der Mitstreiter im Kompetenzteam von Peer Steinbrück ist auf einer Reise durch Unternehmen, um sich vor Ort über Wünsche und Nöte zu informieren. Willi Brase hatte ihn ins Siegerland eingeladen, da gerade im Moment bei TKS schwierige Entscheidungen anstehen.
Wolfgang Otto, der bis zur Betriebsratswahl in der nächsten Woche (siehe ausführliche Berichterstattung der Medien) als Vertreter der IG Metall fungiert, begrüßte Klaus Wiesehügel und berichtete über die gegenwärtige Situation bei TKS. Die beiden Überseeprojekte in Brasilien und Alabama verursachen, auch durch Managementfehler hohe Kosten, sie sind von 3 Milliarden auf nahezu 12 Milliarden gestiegen. Der Verkauf der Unternehmen gestaltet sich schwierig und wird nur weit unter Wert möglich sein. Diese Einbußen sind auch bei TKS in Ferndorf und Eichen zu spüren. Ein neues Projekt setzt sich bereits seit letztem Jahr mit Effektivität, Kostenoptimierung und entsprechenden Produktionsveränderungen auseinander. Die Reduzierung der Arbeitszeit auf 31 Stunden pro Woche, Altersteilzeitregelungen und Versetzungen sind ständiges Gesprächsthema im Betriebsrat. Vor allem die Übernahme der Auszubildenden soll mit diesen Maßnahmen gewährleistet werden, um dem demografischen Wandel entgegen zu wirken.
Zufrieden zeigte sich Klaus Wiesehügel mit der Firmenphilosophie „Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“, das ist seit langer Zeit für die Leiharbeit bei TKS umgesetzt. Nachdem Klaus Wiesehügel darauf hingewiesen hatte, dass „Politik nur begleiten, aber keine Managementfehler ausbügeln kann“, wandte sich die Gesprächsrunde der Rentenfrage zu. Bei TKS liegt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter bei 47 Jahren, Mitarbeiter über 60 Jahre kann man an einer Hand abzählen. Klaus Wiesehügel, vehementer Gegner der Rente mit 67, nahm genau diese Information auf, um darzustellen, dass die Rente mit 67 Jahren von der SPD ausgesetzt wird, solange nicht mindestens 50% der 60 bis 64jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind., wozu weder Beamte noch Selbstständige zählen. Ergänzend fügte Willi Brase zum Abschluss des Gespräches an, „dass die SPD sofort umsetzen wird, dass man nach 45 Versicherungsjahren abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen kann“.