Schülerticket: Kreistag soll Beschluss des Kreisausschusses korrigieren

Kreis Siegen-Wittgenstein. Die SPD-Kreistagsfraktion hat in ihrer jüngsten Sitzung den im Februar gefassten Beschluss des Kreisausschusses zur Einführung eines Schülertickets in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe noch einmal begrüßt. Dennoch sehen die Sozialdemokraten weiteren Handlungsbedarf.

Nach der bisherigen Beschlussfassung soll das Schülerticket zunächst nur für die Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen – also der Grund- und der weiterführenden Schulen – eingeführt werden. Die in der Trägerschaft der Kreise stehenden Berufskollegs blieben damit bis auf Weiteres von der Einführung des Schülertickets ausgeschlossen.

„Dies halten wir zumindest im Hinblick auf die jungen Menschen, die an den Berufskollegs eine vollzeitschulische Ausbildung absolvieren, für völlig ungerecht“, erklärte dazu der SPD-Kreistagsabgeordnete und Landratskandidat Andreas Müller. Beispielhaft verwies Müller auf Kollegschülerinnen -schüler, die ein Berufsgrundschuljahr oder etwa eine kaufmännische Assistentenausbildung machen, die Fachoberschule, das Technische- oder das Wirtschaftsgymnasium besuchen.

SPD-Fraktionschef Michael Sittler fügte hinzu: „Auch für diesen Personenkreis gilt, dass er keine Ausbildungsvergütung o.ä. erhält. In finanzieller Hinsicht haben wir es hier also mit der gleichen Situation zu tun wie bei Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender Schulen.“ Eine Gleichbehandlung ab Beginn des Schuljahres 2014/15, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der ersten Stufe des neuen Schülertickets, sei daher aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion zwingend. Da der ganz überwiegende Teil der Vollzeitschülerinnen und -schüler der Berufskollegs ohnehin einen Anspruch auf Gewährung von Schülerfahrtkosten habe, sei der finanzielle Mehraufwand, der den Kreisen durch ihre sofortige Einbeziehung entstehe, zudem überschaubar, betonte Sittler.

„Bliebe es dagegen bei der bisherigen – leider nicht hinreichend durchdachten – Entscheidung des Kreisausschusses, wäre das nicht nur ungerecht, sondern die Position der kreiseigenen Berufskollegs im Verhältnis zu den allgemeinbildenden Schulen würde zugleich geschwächt, obwohl es insoweit um vergleichbare Bildungsmaßnahmen und Schulabschlüsse geht“, führte Landratskandidat Andreas Müller ein weiteres wichtiges Argument für die von der SPD-Kreistagsfraktion geforderte Nachbesserung des Beschlusses zum Schülerticket ins Feld. Über die klassischen „dualen“ Berufschülerinnen und -schüler, die über eine betriebliche Lehrstelle mit Ausbildungsvergütung verfügen, sei noch zu beraten, erläuterte Andreas Müller und fügte abschließend hinzu: „Wir Sozialdemokraten erwarten, dass die Kreisverwaltung alles daran setzt, in den zeitnah zu führenden Verhandlungen über die geplante zweite Stufe des Schülertickets zu erreichen, dass vom übernächsten Schuljahr 2015/16 an auch diese Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs von der neuen Errungenschaft profitieren können.“