Afghanische Frauen sticken für Leben und Ausbildung

Zohra Soori-Nuzad sprach mit Willi Brase MdB über ihren neugegründeten Verein und die Hintergründe.
Als 10-Jährige flüchtete sie mit Vater und Bruder aus Afghanistan, vier Jahre später konnten auch ihre Mutter und die anderen Geschwister nachkommen. Erst 15 Jahre später sah sie Afghanistan wieder und musste erleben, dass es immer noch ein Land ist, in dem Frauen unterdrückt werden und sich besonders alleinstehende Frauen in prekären Lebenssituationen befinden. Der Gedanke zu helfen, verfestigte sich schnell und mit Hilfe von Kommilitonen entstand das Projekt „Stitching for School and Life“. Mit dieser Initiative, inzwischen ein eingetragener Verein möchte Frau Soori-Nurzad afghanischen Frauen eine Perspektive geben, selbstständig ihr Leben führen zu können, indem ihre Handarbeiten hier verkauft werden und dadurch der Lebensunterhalt vor Ort gesichert wird. Sie will gleichzeitig auch den Kindern dieser Frauen eine Schulbildung mit aufgeklärtem Unterricht ermöglichen. Sieben Familien betreut sie inzwischen auf diese Weise, bis zum Ende des Jahres sollen es zwanzig Familien sein.
Willi Brase ermutigte Frau Soori-Nurzad ihre Kontakte weiter auszubauen, sprach aber auch von „einem langem Atem“, den man bei solchen Projekten haben muss. Erfreulich ist es, dass sie ihre Produkte bereits in einigen Geschäften in Siegen anbieten darf.