Länderübergreifende Themen diskutiert

Grenzüberschreitende Themen standen jetzt im Mittelpunkt eines Gesprächs der SPD-Landtagsabgeordneten Falk Heinrichs, Thorsten Wehner, Tanja Wagener (v.r.n.l.) und des Landrats Andreas Müller (l.) in Siegen.

Siegen/Altenkirchen. Wichtige länderübergreifende Themen standen jetzt im Mittelpunkt eines Gesprächs, das die SPD-Landtagsabgeordneten Tanja Wagener und Falk Heinrichs mit ihrem rheinland-pfälzischen Kollegen Thorsten Wehner in Siegen führten. Wehner lernte dabei zugleich den neu gewählten Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller, persönlich kennen, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm.

Die vier SPD-Politiker zeigten sich erfreut, dass sich der grenzüberschreitende Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in absehbarer Zeit deutlich verbessern wird. Thorsten Wehner hob hervor, dass die Regionalbahn RB 90 von Dezember 2015 an von Limburg über Altenkirchen, Au (Sieg), Betzdorf und Siegen bis nach Kreuztal fahren wird. Durch die neu konzipierte Regionalbahn RB 93 werde künftig zudem eine stündliche Verbindung zwischen Betzdorf und Bad Berleburg geschaffen. Verbesserungen im Bereich der Hellertalbahn (RB 96) wird es bereits ab dem diesjährigen Fahrplanwechsel geben. Diskutiert wurde auch über die Möglichkeit, durchgehende S-Bahn-Verbindungen von Köln bis Siegen einzurichten. Bisher verkehrt die S-Bahn nur zwischen Köln und Au (Sieg).

Landrat Andreas Müller erklärte: „Durch die jetzt absehbaren Veränderungen des Fahrplans wird sich nicht zuletzt auch die Erreichbarkeit der Universität Siegen für Studierende aus dem Kreis Altenkirchen spürbar verbessern.“ Die Runde war sich einig, dass die Universität Siegen auch für den rheinland-pfälzischen Nachbarkreis Altenkirchen als Bildungseinrichtung sowie als möglicher Partner der mittelständischen Wirtschaft von größter Bedeutung ist. „Nicht nur für die vielen erfolgreichen Unternehmen bei uns in Südwestfalen stellt die heimische Hochschule ein wichtiges Reservoir für die Akquise hochqualifizierter Nachwuchskräfte dar. Hinzu kommt der Forschungs- und Technologietransfer, der gerade für kleinere und mittlere Unternehmen von Interesse sein kann“, betonten Tanja Wagener und Falk Heinrichs. In der Gesprächsrunde bestand Einigkeit, dass es bei der Zusammenarbeit zwischen Universität und regionaler Wirtschaft noch Verbesserungspotenziale gibt, die es weiter zu erschließen gelte.

Zur Sprache kam auch die gemeinsame LEADER-Bewerbung der Nachbarstädte und -gemeinden Wilnsdorf, Burbach, Neunkirchen, Herdorf und Haiger. Die SPD-Politiker bedauerten, dass sich die hessische Stadt Haiger zurückgezogen hat. Es bleibe zu hoffen, dass die übrigen vier Kommunen ihr Ziel gemeinsam erreichen werden. „Es ist schade und nicht zu akzeptieren, dass eine innerdeutsche Ländergrenze bei einer solchen gemeinsamen Bewerbung um Fördermittel aus einem europäischen Programm scheinbar immer noch Probleme bereitet“, erklärten die Gesprächsteilnehmer übereinstimmend.

Weitere Themen waren die Schulentwicklungsplanung im grenzüberschreitenden Raum sowie die Zukunft des Siegerland-Flughafens. Der Versuch der Gemeinden Neunkirchen und Herdorf, eine gemeinsame Sekundarschule zu errichten, war vor einiger Zeit daran gescheitert, dass die Zahl der angemeldeten Schülerinnen und Schüler nicht ausgereicht hatte. Bezüglich des Siegerland-Flughafens regte Falk Heinrichs (MdL) an, über eine finanzielle Beteiligung auch der Nachbarländer Hessen und Rheinland-Pfalz nachzudenken, da auch sie einen volkswirtschaftlichen Nutzen durch den Airport hätten. Bisher muss der Kreis Siegen-Wittgenstein das jährliche Defizit von etwa einer Million Euro alleine ausgleichen.