Recht auf Teilhabe umsetzen!

Die Unterstützung von Menschen mit Behinderung ist eine gesellschaftliche Verpflichtung. Dabei ist die Lebensrealität vieler Menschen mit Behinderungen weit entfernt von dem im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention geforderten Idealzustand. Es gibt Defizite bei der Teilhabe, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung.

Im Koalitionsvertrag haben SPD und CDU/CSU zahlreiche Handlungsaufträge zur Verbesserung der Lebenssituation auf den Weg gebracht. Das nach meiner Meinung wichtigste Vorhaben ist die Umsetzung des geplanten Bundesteilhabegesetzes. Menschen mit Behinderung müssen aus der sozialen Nische der Bedürftigkeit herausgeholt werden und ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben führen können. Hierzu zählt für mich, Leistungen zur sozialen Teilhabe zukünftig personenzentriert zu gestalten. Eine Behinderung darf nicht zur Armutsfalle werden. Die Anrechnung von Einkommen und Vermögen gehört daher auf den Prüfstand.
Die Lebenssituation ließe sich erleichtern, wenn der Übergang von Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert würde.

Das neue Bundesteilhabegesetz muss hier eine Wahlfreiheit sicherstellen. Wie gut Inklusion funktionieren kann, zeigt zum Beispiel das Bistro FÜNF 10 der AWO im Technologiezentrum. Das Bistro ist Teil des öffentlichen Raums. Die Beschäftigten aus den AWO-Werkstätten fühlen sich an ihren Arbeitsplätzen sehr wohl.“

Situation in Siegen-Wittgenstein:
Laut 1. Integrationsbericht für den Kreis Siegen-Wittgenstein 2014 gibt es eine geschätzte Zahl von 68.899 Menschen mit Beeinträchtigungen physischer oder psychischer Art (zum 31. Dezember 2012). Der Anteil der anerkannten Behinderungen beträgt in Siegen-Wittgenstein 17,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. In Deutschland leben rund 17 Millionen Erwachsene mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung. 9,6 Millionen von ihnen haben eine amtlich anerkannte Behinderung.