„Siegener Politik steht zu ihrer Feuerwehr“

Tanja Wagener (SPD-MdL) traf sich jetzt in der Weidenauer Rettungswache mit Kreisbrandmeister Bernd Schneider (l.) und Matthias Ebertz (r.), dem Leiter der Siegener Feuerwehr, zu einem Gespräch über aktuelle feuerwehrpolitische Fragen.

Siegen. „Über einen Mangel an Unterstützung durch die Siegener Politik kann die Feuerwehr in der Krönchenstadt nicht klagen“, lobten Kreisbrandmeister Bernd Schneider und der Leiter der Siegener Feuerwehr, Matthias Ebertz, jetzt in einem Gespräch mit der heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Tanja Wagener, in dessen Mittelpunkt aktuelle feuerwehrpolitische Themen standen.

Die Gewinnung ausreichender Nachwuchskräfte für die Freiwilligen Feuerwehren gestaltet sich in den Zeiten des demographischen Wandels weiterhin schwierig. 90 Prozent der Eintritte erfolgten über die Jugendfeuerwehren, was deren wachsende Bedeutung unterstreiche, betonte der Kreisbrandmeister. Hilfreich sei, dass es kreisweit inzwischen auch sieben Kinderfeuerwehren gibt. „Der negative Trend der vergangenen Jahre konnte zwar gestoppt werden, aber von einer Wende kann noch nicht die Rede sein“, so Matthias Ebertz und Bernd Schneider. Die Situation in Siegen-Wittgenstein sei etwas besser als im Umland, wo die Nachwuchsprobleme zum Teil noch erheblicher seien.

Zur Sprache kam auch die anstehende Novellierung des Brand- und Katastrophenschutzrechtes in Nordrhein-Westfalen. Der inzwischen vorliegende Entwurf des neuen Gesetzes, das im nächsten Jahr das bisherige Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz (FSHG) ablösen soll, „beinhaltet zwar positive Ansätze, ist aus Sicht der Feuerwehren aber noch verbesserungsbedürftig“, so Kreisbrandmeister Bernd Schneider. Er wünsche sich z.B. eine Regelung, die die Kommunen dazu verpflichtet, Jugendfeuerwehren einzurichten. Eine „Soll“-Vorschrift reiche insoweit nicht aus.

Tanja Wagener (MdL) erklärte: „Dieser Gesetzentwurf wird erst im neuen Jahr Gegenstand der parlamentarischen Beratungen im Landtag sein. Die betroffenen Verbände – darunter auch die Feuerwehren – werden noch vor und auch während des Gesetzgebungsverfahrens Gelegenheit haben, ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern.“ Verbesserungsvorschläge seien stets erwünscht und würden geprüft.

Die Abgeordnete war erfreut zu erfahren, dass sich die Betreuung der Feuerwehrleute und ihrer Angehörigen nach Unfällen durch die zuständige Unfallkasse NRW inzwischen gebessert hat. Dort hatte es nach der Auflösung der früher eigenständigen Unfallkasse der Feuerwehren zunächst teils erhebliche Schwierigkeiten gegeben. Noch nicht gewährleistet sei eine angemessene Beteiligung der Feuerwehren in den Selbstverwaltungsgremien der Unfallkasse NRW, ergänzten Ebertz und Schneider.

Tanja Wagener (MdL) sprach noch die Personalsituation bei der hauptamtlichen Feuerwache in Siegen an. „Die Zahl der Bewerbungen geht deutlich über unseren Bedarf hinaus. Ausgebildet wird nur, wenn Stellen, z. B. durch Pensionierung, frei werden“, erläuterte Matthias Ebertz. Bei der hauptamtlichen Wache kann nur anfangen, wer bereits über eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung verfügt. Die relativ niedrige Ausbildungsvergütung hat zur Folge, dass die Betroffenen vorübergehend auf ein zum Teil deutlich geringeres Einkommen zurückfallen. „Das ist einerseits hart, andererseits ist es aber ein Beweis für die hohe Motivation, dass dies in Kauf genommen wird“, meinte Tanja Wagener (SPD-MdL).