SPD wünscht Einführung des Schülertickets auch für klassische Auszubildende

Kreis Siegen-Wittgenstein. Das zu Beginn des laufenden Schuljahrs 2014/15 in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe neu eingeführte Schülerticket ist aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion noch „eine Unvollendete“, wie Fraktionschef Michael Sittler betont. Freie Fahrt im gesamten Netz der VGWS gilt inzwischen für alle Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden und auch der Förderschulen in beiden Kreisgebieten sowie für die jungen Menschen, die an einem der Berufskollegs in Siegen, Bad Berleburg oder im Kreis Olpe eine vollzeitschulische Ausbildung absolvieren. „Die klassischen Berufsschüler jedoch, die eine Berufsausbildung innerhalb des dualen Systems machen, gehen vorerst leer aus“, erläutert Sittler. Dass die beiden Kreistage das seinerzeit so entschieden haben, liegt daran, dass die Azubis von ihren Ausbildungsbetrieben bereits Lohn erhalten.

„Dennoch finden wir Sozialdemokraten im Kreistag Siegen-Wittgenstein, dass auch diese Personengruppe, die einen großen Teil der Schülerinnen und Schüler gerade unserer kreiseigenen Berufskollegs ausmacht, künftig in den Genuss des Schülertickets kommen sollte“, unterstreicht der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die SPD möchte, dass die Kreisverwaltung prüft, ob das Schülerticket für die klassischen Berufsschüler ganz oder teilweise durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert bzw. gefördert werden kann. Eine entsprechende Anfrage zur jeweils ersten Sitzung des Kreisverkehrs-, des Sozialausschusses und des Kreistags im neuen Jahr – diese drei Sitzungen werden im März 2015 stattfinden – haben die Sozialdemokraten inzwischen auf den Weg gebracht.

„Eines der drei thematischen Ziele des ESF in der neuen Förderperiode der Europäischen Union von 2014 bis 2020 ist die ‚Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte‘. Die Auszubildenden des Dualen Systems stehen bereits am Beginn ihres Erwerbslebens. Daher ist es aus unserer Sicht sinnvoll, zu prüfen, ob eine Förderung des Schülertickets für diesen Personenkreis im Rahmen des ESF möglich ist. Wir würden dies sehr begrüßen, da eine entsprechende Erweiterung des Schülertickets positive Auswirkungen auf die wünschenswerte Mobilität auch dieser jungen Leute hätte“, erklärt Michael Sittler und fügt abschließend hinzu: „Sollte es gelingen, für diesen Zweck europäische Mittel zu akquirieren, könnte eine zusätzliche finanzielle Belastung des kreisangehörigen Raums vermieden oder zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert werden.“