Gespräch über die künftige Finanzierung des Orchesters

Tanja Wagener (SPD-MdL) führte ein Gespräch mit Michael Nassauer, dem neuen Intendanten der Philharmonie Südwestfalen, in dessen Mittelpunkt die künftige Finanzierung des Orchesters stand.

Siegen. Als Tanja Wagener (SPD-MdL) im Sommer die Philharmonie Südwestfalen in Hilchenbach besuchte, war Michael Nassauer noch Betriebsratsvorsitzender. Jetzt empfing ihn die Abgeordnete in ihrem Siegener Wahlkreisbüro in seiner neuen Funktion als Intendant.

Seine wichtigste Aufgabe sieht Nassauer, wie er im Gespräch mit der SPD-Politikerin betonte, in der Akquise von Aufträgen für das Orchester, um dessen Auslastung zu gewährleisten. Bedingt durch den Intendantenwechsel gebe es da – gerade auch mit Blick auf die kommende nächste Konzertsaison – noch einiges zu tun. „Eine optimale Auslastung ist natürlich vor allem auch wichtig, um die Einnahmesituation zu verbessern“, betonte Michael Nassauer. „Ich weiß, dass die Honorare, die die Konzertveranstalter in unserer Region an das Orchester zahlen, recht niedrig sind, andererseits sollte es aber erschwinglich bleiben, dieses Landesorchester zu engagieren“, meinte Tanja Wagener.

Das Orchester finanziert sich über Zuschüsse von Land, Kreis und Landschaftsverband. Hinzu kommen die durch die Konzerte selbst erwirtschafteten Einnahmen sowie gelegentliche Zuwendungen von Sponsoren. Besondere Probleme verursacht, dass 90 Prozent des Aufwands Personalausgaben sind. „Tariferhöhungen führen immer wieder dazu, dass die öffentlichen Zuschüsse plötzlich nicht mehr auskömmlich sind“, erläuterte Michael Nassauer und warb für eine Dynamisierung auch des jährlichen Landeszuschusses, „um diese ständige Zitterpartie möglichst zu überwinden“. Bisher zahlt das Land dem Orchester pro Jahr einen Zuschuss von knapp 2,6 Millionen Euro, für das Jahr 2014 ist inzwischen ein einmaliger Aufschlag für die Tarifanpassung zugesagt, wie Nassauer weiter berichtete. Erfreulich sei auch, dass der Zuschuss des Kreises – unter bestimmten Auflagen – auf künftig 900.000 Euro pro Jahr angehoben wird.

Tanja Wagener äußerte Verständnis für den Wunsch Michael Nassauers, die öffentliche Bezuschussung des Orchesters künftig dynamisch zu gestalten. „Ich werde versuchen, mich dafür auf Landesebene im Rahmen meiner Möglichkeiten einzusetzen“, kündigte die SPD-Politikerin an, wies jedoch zugleich auf die weiterhin angespannte Haushaltslage des Landes hin. Nassauer und Wagener waren sich einig, dass den Musikern nicht immer wieder eigene finanzielle Opfer zur Stabilisierung der Finanzlage des Orchesters zugemutet werden können. „Das würde dazu führen, dass wir künftig nicht mehr in der Lage sind, qualifiziertes Personal für die Philharmonie Südwestfalen zu gewinnen“, betonte der Intendant.

Ebenfalls zur Sprache kam ein möglicher Umzug des Orchesters. Michael Nassauer meinte, dass er eine Verlagerung des Orchestersitzes von Hilchenbach ins Oberzentrum Siegen für denkbar halte. „Es muss in nächster Zeit standortneutral geprüft werden, welche Lösung für uns auf längere Sicht die bessere ist“, so der neue Intendant der Philharmonie Südwestfalen.