Claus Tauscher seit 40 Jahren Mitglied der SPD

Reiner Lorenz (r.), Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Siegen-Weidenau, zeichnete den Sozialdemokraten Claus Tauscher jetzt für 40-jährige Parteimitgliedschaft aus.

Weidenau. Die Weidenauer Sozialdemokraten trafen sich kürzlich in der Bismarckhalle zu ihrer letzten Mitgliederversammlung in diesem Jahr.

Vor Weihnachten stehen traditionell Jubilarehrungen auf der Tagesordnung. So zeichnete Ortsvereinsvorsitzender Reiner Lorenz den 1936 geborenen Claus Tauscher für seine 40-jährige Parteizugehörigkeit aus. Tauscher war am 01. Februar 1974 in Gelsenkirchen der SPD beigetreten. Aus beruflichen Gründen zog Claus Tauscher in den 80ziger Jahren ins Siegerland. Bis zu deren Schließung arbeitete er bei der Siemag Gießerei in Buschhütten. Anschließend war Tauscher als Obermeister im Gussstahlwerk Riesa (Sachsen) tätig, wo er den Übergang dieses Werkes vom Volkseigenen Betrieb (VEB) zu einem privatwirtschaftlichen Unternehmen begleiten durfte. Reiner Lorenz: „Claus Tauscher ist noch ein Sozialdemokrat alter Prägung. Gerade den Angehörigen seiner Generation hat die SPD viel zu verdanken.“

Ebenfalls geehrt wurde Rainer Dringenberg, der vor nunmehr über 25 Jahren Mitglied der SPD in Weidenau wurde. Seit 1993 gehört er – fast ununterbrochen – dem Ortsvereinsvorstand an. Zurzeit ist Dringenberg nicht nur Pressesprecher der Weidenauer SPD, sondern seit 2010 auch des SPD-Unterbezirks Siegen-Wittgenstein. Hauptberuflich arbeitet der gebürtige Weidenauer (Jahrgang 1961) seit rund zwei Jahrzehnten als wissenschaftlicher Mitarbeiter der heimischen SPD-Landtagsabgeordneten.

Begrüßen konnte Reiner Lorenz auch die Geisweider SPD-Stadtverordnete Traute Fries, die ihr Buch „Die Deutsche Friedensgesellschaft im Bezirk Sieg-Lahn-Dill in der Weimarer Republik“ vorstellte. Traute Fries‘ Vater, der aus Weidenau stammende Wilhelm Fries (1901-2000), hatte gleich drei seiner Brüder im 1. Weltkrieg, der vor genau hundert Jahren (1914) begonnen hatte, verloren. „Diese bittere Erfahrung hat meinen Vater zu einem engagierten Pazifisten und Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft in Siegen werden lassen“, betonte Traute Fries. Im Dezember 1922 gründete Wilhelm Fries mit Gleichgesinnten eine DFG-Ortsgruppe in Weidenau.

Reiner Lorenz erinnerte daran, dass Siegen und das Siegerland gegen Ende der Weimarer Republik eine Hochburg der NSDAP waren. „Hierzulande herrschte in jener Zeit zwischen den beiden Weltkriegen leider nationalistisch-konservatives Denken vor. Aber daneben gab es stets auch das ‚Andere Siegerland‘, das Traute Fries in ihrem Buch über die rekonstruierte Geschichte der DFG ins Blickfeld rückt“, lobte der Vorsitzende der Weidenauer SPD.