Klares Signal gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Ob Syrien, Afghanistan, Kolumbien oder Kongo: Überall auf der Welt werden Kinder gezwungen, in kriegerischen Auseinandersetzungen zu kämpfen. Dabei ist es eine eklatante Kinderrechtsverletzung und ein schweres Verbrechen, wenn Jungen und Mädchen als Kindersoldaten eingesetzt werden. Diese Kinder zu schützen und Waffenexporte zu stoppen, forderten Schüler und Ehrenamtliche in Siegen mit der Kindernothilfe und Unterstützung von Willi Brase im Vorfeld des „Red Hand Day“ 2015.

Schüler der Clara-Schumann-Gesamtschule, der Realschulen in Wilnsdorf, "Am Häusling“ (Siegen) und "Am Stein" (Netphen) sammelten Hunderte rote Hände, die sie an den Bundestagsabgeordneten Willi Brase (SPD) übergaben, um so gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten zu demonstrieren. „Minderjährige sollen nicht an der Waffe tätig werden, bewaffneten Gruppen als Spione, Träger oder auch Köche dienen müssen“, so die Schüler. Trotz internationaler Verbote seien weltweit rund 250.000 Mädchen und Jungen als Kindersoldaten im Einsatz.

Wie dramatisch und traumatisch das Leben als Kindersoldat ist, berichtete der heute erwachsene ehemalige Kindersoldat Michael D. In Sierra Leone kämpfte er fünf Jahre lang gegen Rebellentruppen. „Sie mischten uns Kindern Drogen ins Essen und bildeten uns an der Waffe aus. Freiwillig hätten wir nie an der Front gekämpft“, schildert Michael D seine Erfahrungen. Er fand Asyl in Bremen und engagiert sich seitdem gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten.

Auch Deutschland missachtet nach wie vor die Empfehlungen der Vereinten Nationen, indem es Waffen in Konfliktländer exportiert, in denen Kinder als Soldaten eingesetzt werden. „Außerdem wirbt und rekrutiert die Bundeswehr weiter Minderjährige“, so Antje Weber, Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe: „Nicht vergleichbar mit dem Schicksal eines Kindersoldaten und doch unverantwortlich ist diese Praxis der Bundeswehr, minderjährige Freiwillige anzuwerben und an der Waffe auszubilden.“ Wie auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes fordert die Kindernothilfe die Anhebung des Mindestalters von Bundeswehrsoldaten auf 18 Jahre. "Wenn Deutschland den Vorsitz im UN-Menschenrechtsrat überzeugend wahrnehmen will, muss das Mindestalter für den Eintritt in die Bundeswehr auf 18 Jahre angehoben werden", sagte Weber.
Willi Brase versprach nicht nur die roten Hände mit nach Berlin zu nehmen, sondern auch die Forderungen der Kindernothilfe