Menschen dürfen nicht zum Kostenfaktor degradiert werden

Eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „gute und menschenwürdige Pflege“ fand jetzt auf Initiative von Willi Brase in der Siegerlandhalle statt. Als Fachreferentin hatte er seine Bundestagskollegin und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Hilde Mattheis eingeladen. Nach einem kurzen Abriss der Koalitionsverhandlungen stellte Hilde Mattheis die Neuerungen aus dem verabschiedeten Pflegestärkungsgesetz I vor.

Neben der Anhebung der Leistungsbeiträge in der Pflegeversicherung um 4 % wird auch die Pflege zu Hause besser unterstützt, hier werden 1,4 Milliarden Euro zusätzlich ab 2015 bereitgestellt. Erhöht werden unter anderem die Zuschüsse für Umbaumaßnahmen und Pflegehilfsmittel, niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote werden gestärkt. Demenzerkrankte der Pflegestufe 0 können in Zukunft Leistungen der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege und den Zuschlag für Mitglieder ambulant betreuter Wohngruppen erhalten. Wichtig ist für Hilde Mattheis dabei die kompetente Beratung vor Ort, idealerweise sind Pflegestützpunkte bei den Kommunen angedockt um optimal die verschiedenen Möglichkeiten für die Betroffenen aufzuzeigen. „Wir wollen das SPD- Menschenbild durchsetzen, das von den Kleinen niemanden zurücklässt und von den Alten niemanden einsam werden lässt“, sagte sie zum Schluss des Vortrages. Es schloss sich eine rege Diskussion an, die auch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff mit einschloss, der im Pflegestärkungsgesetz II verabschiedet werden soll.

Wichtigster Diskussionspunkt war ein besserer Betreuungsschlüssel mit ausgebildeten Fachkräften, zusätzliches Betreuungspersonal darf nur das „Sahnehäubchen“ sein, von dem die zu Pflegenden dann profitieren. „Es ist uns wert mehr Geld für Pflege auszugeben, weil es uns die Menschen wert sind, sie dürfen nicht zum Kostenfaktor degradieren“, sagte Willi Brase zum Abschluss der Veranstaltung.