Mindestlohn-Hotline verlängert

Die Mindestlohn-Hotline erfreut sich seit Januar dieses Jahres großer Nachfrage, noch immer gehen jeden Tag bis zu 100 Anrufe dort ein. Auch in der Siegener Geschäftsstelle gibt es täglich Nachfragen, jetzt drehen sie sich eher um die Umsetzung und Dokumentation für den Mindestlohn. Werner Leis sagte, dass es „eine große Erleichterung sei, auf die weiter bestehende Hotline verweisen zu können, bei sehr speziellen Fragen natürlich auch an die zuständige Gewerkschaft.
Viele Anrufer beschäftigt vor allem die Frage, ob der errechnete Lohn mit dem Mindestlohn übereinstimmt, hier greifen Arbeitgeber oft zu kreativen Lösungen. Angefangen von Bezahlung in Naturalien bis zu neuen Verträgen, in denen die Stundenzahl verringert wird, die Arbeitnehmer zwar 60 Stunden arbeiten müssen um ihr Pensum zu schaffen, aber nur 52, 9 Stunden bezahlt bekommen.
Der Mindestlohn braucht deshalb Dokumentationspflichten – auch zum Schutz der ehrlichen Arbeitgeber und um die Rechte von Beschäftigten zu schützen. Eine einfache Tabelle mit Datum, Namen und Stundenzahl reicht dafür völlig aus, hier ist kein Bürokratiemonster geschaffen worden. „Wer sich gegen wirksame Kontrollen ausspricht, kämpft in Wahrheit gegen den flächendeckenden Mindestlohn und möchte wieder Schlupflöcher schaffen“, ist Willi Brase überzeugt.