THW-Gespräch über die Zukunft des Ehrenamtes

Zu einem Gespräch trafen sich der Präsident der THW-Landesvereinigung in NRW, Rainer Schwierczinski, Erwin Hafer, THW-Helfer in Siegen und Willi Brase MdB. Thema waren neue Perspektiven für das bürgerschaftliche Engagement im THW.

Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

Die THW-Landesvereinigungen und die THW-Bundesvereinigung sind ein wichtiger Teil des Motors, der das Räderwerk der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Gang hält. Als eingetragene Vereine haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, das THW und seine Arbeit finanziell, materiell und ideell zu unterstützen.

Rainer Schwierczinski verwies dabei auf die Auswirkungen der demografischen Entwicklung und die veränderten gesellschaftlichen Einstellungen, die starke Auswirkungen auf das Ehrenamt haben. Durch die Aussetzung der Wehrpflicht und den damit verbundenen Wegfall der Möglichkeit im THW Wehrersatzdienst abzuleisten, müsse daher verstärkt für eine Mitwirkung im THW geworben werden. So ist das THW derzeit dabei, aktiver um die Jugend zu werben. Hierzu wurde die Altersgrenze für den Eintritt in die THW-Jugend auf sechs Jahre gesenkt. Auch wenn es dadurch früher gelingt, junge Menschen in das THW zu übernehmen, bleibt die Nachwuchsgewinnung und -bindung eine große Herausforderung. Für das THW als Einsatzorganisation ist es wichtig, das derzeitige breite fachliche und berufliche Spektrum der Helferinnen und Helfer auch in Zukunft zu erhalten. Es ist daher notwendig, durch Anerkennung und unterstützende Maßnahmen seitens der Politik, das Interesse und die Attraktivität für das ehrenamtliche Engagement zu fördern, so Rainer Schwierczinski.

Gerade Willi Brase MdB, als Vorsitzender des Unterausschusses für bürgerschaftliches Engagement im Deutschen Bundestag, ist dieses Problem nicht unbekannt. So schlug er vor, im Bereich Ehrenamt stärker auf die Jugend zuzugehen und neue Partnerschaften, z.B. mit Schulen, zu bilden. Ebenso bestehe durch die aufkommende Digitalisierung eine völlig neue Form der Beteiligung, die entsprechend geleitet und genutzt werden könne.
Gemeinsam könnte erarbeitet werden, dass die Anerkennung des Ehrenamtes weiter verbessert werden muss. Ebenso muss die Flexibilität innerhalb des THW erhöht werden, um bereits erworbene Schlüsselkompetenz neuer Mitglieder besser anzuerkennen.
Es wurde daher vereinbart, hierzu weiter im Gespräch zu bleiben und den fachlichen Dialog fortzuführen.