Stolpersteine als Mahnmal für Vergangenheit und Gegenwart

Gern nahm Willi Brase an den Stolpersteinverlegungen für das ehemalige SPD- und Gewerkschaftsmitglied Otto Bäcker und das „Haus der Arbeit“ teil. Gemeinsam mit seinem gerade aus dem Amt als DGB Regionsgeschäftsführer Südwestfalen geschiedenen Nachfolger Werner Leis und dem neuen Geschäftsführer Ingo Degenhardt beobachtete er die fachmännische Verlegung der Stolpersteine in der Sandstraße durch Mitglieder des Kreisjugendringes.

Otto Bäcker gehörte zu den führenden Repräsentanten der freien Gewerkschaften, seit 1922 war er Bevollmächtigter des Deutschen Eisenbahnerverbandes und hatte Ende 1929 sein Büro im „Haus der Arbeit“ in der Sandstraße. Dort hatten mehrere freie Gewerkschaften ihre Büros, auch die sozialdemokratische Volkszeitung war hier ansässig. Mit der Machtergreifung der Nazis begannen auch die Repressionen gegen die Mitglieder der Sozialdemokratien und der freien Gewerkschaften. Am 2. Mai 1933 stürmte ein SA-Trupp das Haus der Arbeit und die Gewerkschaftsfunktionäre wurden brutal misshandelt und zur Schlüsselübergabe gezwungen. Im Zuge der Verhaftungswelle nach dem Hitlerattentat von 1944 wurde auch Otto Bäcker als altbekannter Gegner der Nazis verhaftet und wurde in das Konzentrationslager Dachau, Arbeitslager Überlingen am Bodensee überstellt. Seine Spur verliert sich 1945 auf einem von der SS überwachten Todesmarsch in Richtung Tirol.

Werner Leis stellte in seiner Ansprache einen Bezug zur Gegenwart her. „ Wehret den Anfängen, ich habe keine Angst vor den Flüchtlingen, sondern vor den rechten und faschistischen Stimmen, die gerade wieder in Deutschland laut werden.“