Schutzkonzept für schutzbedürftige Menschen in Flüchtlingsunterkünften gestartet

Die hohe Zahl der in Deutschland Schutz suchenden Menschen stellt Gemeinden und Kommunen unter anderem vor die Herausforderung, den Schutz und die Bedürfnisse der geflüchteten Menschen vor Ort zu verbessern. Des Weiteren müssen die vielen Freiwilligen und die hauptamtlichen Kräfte aus den Kommunen, den Wohlfahrtsverbänden, dem Technischen Hilfswerk und nicht zuletzt der Bundespolizei in ihrer Arbeit bestmöglich zu unterstützt werden.

Willi Brase, Bundestagsabgeordneter aus Siegen-Wittgenstein erläutert dazu: „Oftmals ist die geschlechtsspezifische Verfolgung bzw. die erlebte Gewalt in den Herkunftsländern oder während der Flucht gerade der Grund, warum Menschen bei uns Zuflucht suchen. Es ist wichtig, dass bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Insbesondere Frauen und Kinder müssen in deutschen Aufnahmeeinrichtungen besser vor sexuellen Übergriffen und Misshandlungen geschützt werden.“

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat daher ein Schutzkonzept für besonders schutzbedürftige Menschen in Flüchtlingsunterkünften entwickelt, welches auf drei Säulen basiert:

Die erste Säule besteht aus einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), das bauliche Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Personengruppen finanziell unterstützt. Dazu zählen unter anderem eine Geschlechtertrennung bei den sanitären Einrichtungen und abschließbare Waschräume.

Um die in den Aufnahmeeinrichtungen Tätigen besser zu informieren, sensibilisieren und fortzubilden, hat das BMFSFJ eine Kooperation mit UNICEF vereinbart. UNICEF wird das Personal Schulen sowie spezielle Trainings und Informationsmaterialien anbieten.

Das BMFSFJ fördert in der dritten Säule noch stärker als bisher die Arbeit von Trauma- und Folteropferzentren. Dabei werden auch die Belange von Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, besonderes berücksichtigt. Darüber hinaus werden Fortbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützt.

Ergänzt werden die drei Säulen durch weitere Maßnahmen zum Beispiel zum Schutz für schwangere Flüchtlingsfrauen. Hierzu gehören das Beratungsangebot des bundesweiten Hilfetelefons „Schwangere in Not“ sowie das geplante Projekt „Schwangerschaft und Flucht“ in Trägerschaft von Donum Vitae zur aufsuchenden Beratung der Schwangeren unter Einbeziehung psychosozialer und kultursensibler Beratungsangebote.