Tanja Wagener und Eva-Maria Voigt Küppers informieren sich im Peter-Paul-Rubens-Gymnasium

Die Schulzeit an Gymnasien (G8/G9) war Thema beim Gespräch der SPD-Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers (m.) und Tanja Wagener (r.) mit dem Schulleiter des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums, Paul Behrensmeyer (l.).

Siegen. „Die Diskussion um die Schulzeit an den Gymnasien ist derzeit wieder in aller Munde. Darum möchten wir heute mit Ihnen über den Schulversuch ‚Abitur am Gymnasium nach 8 oder 9 Jahren‘ sprechen“, erläuterte die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Tanja Wagener dem Schulleiter des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums, Paul Behrensmeyer, den Grund für ihren Besuch. Gemeinsam mit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Landtag NRW, Eva-Maria Voigt-Küppers, besuchte Wagener das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium, das als eins von 13 Gymnasien in NRW an dem 2011 gestarteten Schulversuch teilnimmt und ausschließlich eine neunjährige Schulzeit (G9) anbietet.

Voigt-Küppers, Mitglied im Ausschuss für Schule und Weiterbildung, stellte klar, dass das jetzige Abitur nach 8 Jahren (G8), das von der schwarz-gelben Vorgängerregierung eingeführt wurde, aus Sicht der SPD insbesondere zwei gravierende Fehler enthält: „Der erste Fehler ist, dass die Schulzeitverkürzung in der Sekundarstufe I stattgefunden hat. Der zweite Fehler ist, dass die Schülerinnen und Schüler nach der Sekundarstufe I keinen dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder dem Realschulabschluss gleichwertigen Schulabschluss erlangen können. Beides wollen wir mit unserem Flexi-Modell ändern.“

Dieses Modell sei im Grunde genommen genau das Modell, „was wir hier am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium für die Oberstufe, die im kommenden Schuljahr beginnt, vorsehen. Bis auf Begrifflichkeiten habe ich Vieles von dem wiedergefunden, was wir an unserer Schule anbieten“, lobte Behrensmeyer das schulpolitische Konzept der SPD. „Organisatorisch ist G8 und G9 an einer Schule möglich. Das bekommen wir hin“, widersprach Behrensmeyer der Kritik an dem Modell der SPD.

„Ich lehne eine Entscheidungsmöglichkeit der Schulen selbst, ob G8 oder G9 an den Gymnasien unterrichtet wird, ab. Hier ist der Landesgesetzgeber gefragt, alles andere ergibt nur Chaos“, bezog Wagener klar Stellung.

In der Diskussion steht auch die Frage, ab wann die zweite Fremdsprache unterrichtet wird und wie viele Wochenstunden in der Sekundarstufe I unterrichtet werden. Aus seiner Erfahrung sei die Unterrichtung der zweiten Fremdsprache ab der 6. Klasse „absolut sinnvoll, da sie dann nach der 10. Klasse beendet werden kann. Insbesondere im Fach Latein kann man das Latinum bei uns vor Beginn der Oberstufe abschließen“, so Behrensmeyer. Die Anzahl der Wochenstunden sei bei Ihnen unproblematisch, da das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium als Ganztagsschule hier ein anderes Konzept fahre, als die meisten anderen Gymnasien.

Voigt-Küppers und Wagener wollten auch wissen, wie die Lern- und Förderstunden am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium organisiert werden. Dies geschehe in der Regel im Klassenverband, gab Behrensmeyer gerne Auskunft. „Die Förderstunden werden am späten Nachmittag nach Rücksprache mit den Eltern angeboten. Wir fördern nicht nur lernschwächere Kinder, sondern gezielt auch die Stärken unserer Schülerinnen und Schüler, um diese z. B. auf die Mathematik-Olympiade oder andere Wettbewerbe vorzubereiten.“

Eva-Maria Voigt-Küppers forderte abschließend weitere finanzielle Unterstützung des Bundes bei der Schulsozialarbeit, beim Ausbau des Ganztages und bei der Digitalisierung der Schulen: „Dies sind drei gesamtgesellschaftliche Herausforderungen, an denen sich der Bund beteiligen muss und bei denen die Länder nicht allein gelassen werden dürfen. Ich begrüße daher ausdrücklich das von Bundesbildungsministerin Wanka angekündigte Bundesprogramm in Höhe von 5 Mrd. Euro, um die Ausstattung der Schulen mit Computern und freiem Internet zu verbessern.“