SPD plädiert für Erhalt des Siegerland-Flughafens

Die Siegen-Wittgensteiner SPD wird sich für den Erhalt des Siegerland-Flughafens einsetzen. Dies ist das Ergebnis eines Abstimmungsgesprächs, zu dem der Vorsitzende des Kreisverbands der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), Falk Heinrichs, die SPD-Fraktionsspitzen der Städte und Gemeinden, die SPD-Kreistagsfraktion, den Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks, Willi Brase, Landrat Andreas Müller und die SPD-Bürgermeister/innen eingeladen hatte.

 

Vor etwa einem Jahr hatte der Kreistag, insbesondere auf Initiative der SPD, den Landrat beauftragt, in Gesprächen mit der Siegerland-Flughafen GmbH, der regionalen Wirtschaft und angrenzenden kommunalen Gebietskörperschaften auszuloten, ob es perspektivisch möglich ist, das vom Kreis Siegen-Wittgenstein jährlich auszugleichende Defizit des Airports um 700.000 Euro auf künftig nur noch rund 1 Mio. Euro p.a. zu senken. Andernfalls sei eine Schließung des Flughafens, so die damalige Beschlussfassung des Kreistags, ernsthaft in Betracht zu ziehen.

 

Nach intensiven Bemühungen konnte Landrat Andreas Müller den SPD-Kommunalpolitikerinnen und -politikern jetzt erfreuliche Ergebnisse präsentieren: Bereits im laufenden Jahr 2018 könne durch finanzielles Engagement der Wirtschaft, insbesondere des neu gegründeten Fördervereins, aber auch aus dem kommunalen Umfeld mit einer Entlastung des Kreises um etwa 350.000 Euro gerechnet werden, mittelfristig (2023-25) werde nach derzeitigem Stand ein Entlastungsvolumen von mindestens 600.000 bis 650.000 Euro pro Jahr erreicht. Ein wichtiger Baustein seien insoweit auch geplante und mögliche Kostenoptimierungen am Flughafen selbst, die aber für das vorhandene Personal keine betriebsbedingten Kündigungen zur Folge hätten, so der Landrat.

 

„Seriöse Berechnungen haben ergeben, dass dem Kreis auch im Falle einer Schließung des Flughafens in den nächsten Jahrzehnten weitere Belastungen in Höhe von knapp 40 Millionen Euro entstehen würden“, betonte Andreas Müller. Vor diesem Hintergrund erscheine es eindeutig sinnvoller, den Flughafen, dessen volkswirtschaftlicher Nutzen für die gesamte Region ausweislich des zuletzt erstellen Gutachtens unbestreitbar sei, zu erhalten, zumal dann, wenn es, wie sich inzwischen herausgestellt habe, möglich sei, den vom Kreis jährlich aufzubringenden Deckungsbeitrag auf annähernd 1 Mio. Euro zu reduzieren.

 

Dem Vorschlag des Landrats, am Siegerland-Flughafen als Teil unserer regionalen Verkehrsinfrastruktur festzuhalten, schlossen sich in der anschließenden Diskussion alle Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer an. Der SGK-Kreisvorsitzende Falk Heinrichs betonte: „Ich bin beeindruckt von der positiven Entwicklung, über die uns der Landrat heute berichtet hat. Es ist das persönliche Verdienst von Andreas Müller, endlich Bewegung in diese wichtige Sache gebracht zu haben. Auch war es richtig, durch den letztjährigen Kreistagsbeschluss einen gewissen Druck aufzubauen. Ansonsten hätten sich einige der beteiligten Akteure womöglich nicht bewegt. Mein Dank gilt allen, die an der guten Lösung, die sich jetzt für den Flughafen abzeichnet, mitgewirkt haben.“

 

Besonders erfreut äußerte sich auch die Burbacher SPD-Fraktionsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Nicole Schoeppner: „Es ist gut, wenn nach einem hoffentlich positiven Kreistagsbeschluss im März endlich Ruhe und Verlässlichkeit einkehren. Die ständigen Schließungsdebatten müssen so schnell wie möglich beendet werden. Unternehmen möchten weiter am Flughafen investieren oder sich dort neu ansiedeln. Das erfordert Planungssicherheit.“

 

Willi Brase, SPD-Unterbezirksvorsitzender, lobte die sich abzeichnende Lösung und bezeichnete sie als „hervorragendes Beispiel für eine gelungene Partnerschaft zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand“. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Michael Sittler, betonte, das Ziel der Zuschussreduzierung sei weitgehend erreicht. „Wichtig ist, dass die Wirtschaft und einzelne Unternehmen auch langfristig an ihren Zusagen, einen erheblichen finanziellen Beitrag für den Flughafen zu leisten, festhalten. Dann hat der Airport weiterhin eine Zukunft als Infrastruktureinrichtung für den wichtigen Geschäftsreise- und Luftfrachtverkehr.“ Sittler äußerte sich abschließend zuversichtlich, dass es im Kreistag eine breite Mehrheit für das vom Landrat vorgestellte neue Finanzierungskonzept und die Fortführung des Flughafens geben wird.