Kita-Plus Betreuung erfolgreich gestartet

Das Kita-Plus Angebot ist im Kreis Siegen-Wittgenstein gut aufgenommen worden. Dies berichteten die Regionalleiterinnen, die die SPD-Kreistagsfraktion zum Erfahrungsaustausch eingeladen hatte. Regionalleiterin Heike Schüssler (Bad Berleburg), Regionalleiterin Christiane Mohl (Freudenberg) und Einrichtungsleiterin Diana Wegner-Winnebald (Kita Laubfrosch, Bad Berleburg) waren der Einladung der SPD gefolgt, um über die Erfahrungen aus dem ersten Halbjahr mit Kita-Plus zu berichten. In Bad Berleburg haben bisher 13 Eltern das erweiterte Angebot gebucht, in Freudenberg 7 und in Bad Laasphe 17. Dabei sei das Angebot der Betreuung jenseits der klassischen Öffnungszeiten sowohl bei Beschäftigten im Einzelhandel, bei Klinikpersonal, Schichtarbeitern und Ärzten dankbar aufgenommen worden. Besonders die frühen Zeiten werden dabei häufig in Anspruch genommen, so können Eltern ihr Kind bereits ab 6 Uhr in der Kita abgeben. Das Betreuungskonzept ist dann an die frühen Zeiten angepasst und ermöglicht den Kindern einen sanften Einstieg in den Kindergartentag.

Die bis 19 Uhr mögliche Buchungszeit wird zzt. noch nicht in Anspruch genommen, bis 18.00 Uhr ist das letzte Kind aus der Kita abgeholt. Die Familien haben aber nun eine Wahlmöglichkeit, die vorher nicht gegeben war. Davon profitierten vor allem die Mütter.

Die SPD-Kreistagsfraktion hatte sich im Dezember 2016 gegen die Stimmen der CDU für die Einführung der erweiterten Öffnungszeiten in drei Kitas im Kreis ausgesprochen und die Finanzierung des Angebotes auch nach Ablauf der Bundesförderung beschlossen.

Im Tagesablauf habe man die Abläufe an die erweiterten Öffnungszeiten angepasst, die Umstellung auf Kita-Plus sei im Vergleich zur Beantragung der Fördergelder einfach gewesen. Die Förderung habe auch weitere Verwaltungsaufgaben mit sich gebracht. Diese und die durch das Kinderbildungsgesetz KiBiz eingeführten Anforderungen bzgl. des Personals und der Dokumentation belasten eine praxisorientierte Umsetzung des Programms.

Die knappen Kindpauschalen des Kinderbildungsgesetzes ermöglichen nur einen sehr geringen Puffer beim Personal, um Abwesenheiten des Personals durch Krankheit, tariflichen Urlaub, notwendige Fortbildungen etc. auffangen zu können. Viele wichtige Angebote müssen dann immer wieder zusammengestrichen werden.

Leider schickten Eltern zunehmend ihre kranken Kinder in die Kitas, wo diese dann wiederum andere Kinder und Erzieherinnen ansteckten. Dies führe zu gravierenden Personalengpässen, die psychische Belastungen der Erzieher/innnen und weitere Ausfälle zur Folgen haben.

Von der Landespolitik wünsche man sich vor allem eine Änderung beim Personalschlüssel im KiBiz und die Übernahme einer Hauswirtschaftskraft pro Kita. Auch die 25-Stunden-Buchungen seien bei der derzeitigen finanziellen Ausgestaltung für die Träger wirtschaftlich nicht darstellbar. Rücklagen für die Sanierung und Instandhaltung der Gebäude seien gedeckelt worden, was zu Problemen führe. Auch hier wünsche man sich eine Änderung.

Das Kita-Plus-Modell mit den erweiterten Öffnungszeiten sieht man bei der AWO als Zukunftsmodell, das den Bedürfnissen der Eltern entgegenkommt. Michael Plügge, neuer Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses des Kreises, wünscht sich für die Zukunft eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz der Kinderbetreuung außerhalb der klassischen Betreuungszeiten. Diese Akzeptanz habe in den letzten Jahren bereits die U3-Betreuung erfahren. Die Lebenswirklichkeit von Familien könne man eben nicht nur in eine 8-16 Uhr-Zeitschiene pressen, hier müsse man Angebote für die tatsächlichen Bedarfe schaffen. Und dies künftig möglichst in jeweils einer Kita pro Kommune im Kreis.