Über 13,5 Mio. Euro EU-Fördermittel sind nach Siegen-Wittgenstein geflossen

Siegen. Was bringt uns in Siegen-Wittgenstein eigentlich Europa? Diese Frage hört man in den heutigen Zeiten immer wieder. Gerade anlässlich der Europawahl im kommenden Mai werden wieder Stimmen laut, die den Sinn der Europäischen Union hinterfragen und diese sogar verlassen wollen. Der chaotische Brexit lässt grüßen. Die SPD-Landtagsfraktion hat jetzt einmal detailliert nachgeschaut und zieht dagegen eine mehr als positive Bilanz. Neben den allgemeinen Vorteilen, wie z. B. die Zoll- und Reisefreiheit zwischen den EU-Staaten, bringt die EU den Kommunen in Siegen-Wittgenstein vor allem eins – eine ganze Menge Geld für Projekte der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

 

Die Europäische Union hat den Kommunen im Kreis Siegen-Wittgenstein fast 19,2 Millionen Euro Fördermittel in der Förderperiode 2014-2020 bewilligt, davon sind 13,5 Millionen Euro bereits ausgezahlt. Diese Mittel verteilen sich im Einzelnen auf die folgenden Fördertöpfe: Fast 8,07 Millionen Euro fließen aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) nach Siegen-Wittgenstein, davon sind 2,4 Mio. € bereits ausgezahlt. Über 3,6 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Ausgezahlt sind davon bereits 2,5 Mio. €. Aus dem Landwirtschafts- und Entwicklungsfonds für ländliche Räume der Europäischen Union (ELER) wurden bereits 8,6 Mio. Euro ausgezahlt, obwohl ursprünglich nur 7,48 Mio. € bewilligt waren.

 

„Siegen-Wittgenstein profitiert von der Europäischen Union. Es gibt im Kreisgebiet viele Projekte, bei denen dies deutlich wird“, erklärt der Huckepackkandidat zur Europawahl, Steffen Löhr. „Die Europäische Union finanziert unmittelbar gesellschaftliche, unternehmerische und ökologische Projekte in unserer Region. Auch die kommende Förderperiode für den neuen EU-Haushalt wird wichtig für Siegen-Wittgenstein. Hier müssen wir stark und gemeinsam agieren und noch intensiver über Themen wie die digitale Infrastruktur reden“, so Löhr.

 

Aus seiner Sicht ist es zudem wichtig, bei Programmen wie LEADER vermehrt mit Bagatellgrenzen zu arbeiten, um kleine Projekte nicht mit den gleichen bürokratischen Pflichten zu belegen, wie große und umfangreichere Projekte. Ebenso wäre mehr Flexibilität beim LEADER-Regionalmanagement ein sinnvoller Weg.

 

„Populismus prägt derzeit die Debatte über die Europäische Union und deren Haushalt. Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass solche Förderprogramme für die Regionen wie EFRE, ESF, ELER und LEADER einen erheblichen Teil des EU-Haushalts ausmachen“, meint Heiko Becker, Vorsitzender der SPD in Siegen-Wittgenstein. „Die EU ist wichtig für die Entwicklung im Kreis Siegen-Wittgenstein, unser Kreis profitiert in enormen Maße von den EU-Förderprogrammen“, so Becker abschließend.