Holzexport muss kritisch hinterfragt werden

Holzladestraße wird in Stand gesetzt

Die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW) bekommt Geld vom Land Nordrhein-Westfalen, mit dem die bestehende Holzladestraße parallel zum Gütergleis in Stand gesetzt werden soll. Mit insgesamt 338.429 Euro vom Land kann dieses Vorhaben jetzt umgesetzt werden. Die Maßnahme dient dazu, das Holz sicherer von Lkw auf Güterzüge zu verladen.

Ein Anliegen der finanziellen Unterstützung des Landes ist, dass mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird. Die Förderbescheide wurden von Verkehrsminister Hendrik Wüst übergeben: „Mit unserer Förderung können Logistikstandorte, Industrie- und Gewerbegebiete auf der letzten Meile an das Netz der Bahn angeschlossen werden. So werden Zehntausende Lkw-Fahrten pro Jahr vermieden“, so Wüst.

Michael Sittler, Aufsichtsratsmitglied der KSW und Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, stimmt zu: „Jeder Lkw, der durch Güterverkehr auf Schienen ersetzt werden kann, ist ein Fortschritt für den Umweltschutz. Deshalb begrüßen wir die Instandsetzung der bestehenden Infrastruktur.“

Ungeachtet dessen sei die aktuelle wirtschaftliche Situation nicht zu vernachlässigen. In Siegen-Wittgenstein werden zwar im Moment große Mengen „Kalamitätsholz“ gefällt, doch dieses wird zum größten Teil nach China und in die USA exportiert. Die Folge: Auf dem heimischen Markt wächst die Nachfrage und das Angebot wird knapp – es ist kaum Holz verfügbar und die Preise steigen enorm. „Wir müssen auch unsere heimischen Waldbesitzer, die holzverarbeitende Industrie und den Markt im Kreis im Blick behalten. Es darf nicht sein, dass Holz zu Spottpreisen ins Ausland geht, während die Nachfrage in der Region steigt und die Rohstoffpreise für den Endverbraucher unbezahlbar werden“, so Sittler.