Fünf Punkte Programm für die Stahlindustrie

Bild: pixabay.com

SPD-Landtagskandidaten für die Erhaltung von Arbeitsplätzen im Kreis Siegen-Wittgenstein

Siegen-Wittgenstein. Eine moderne, starke Stahlindustrie in NRW und insbesondere Südwestfahlen – darum ging es bei der Stahlkonferenz der SPD-Landtagsfraktion. Samir Schneider, SPD-Landtagskandidat für Siegen-Wittgenstein (Wahlkreis 127)*, war bei der Konferenz in den deutschen Edelstahlwerken dabei. „Wir brauchen eine moderne Stahlindustrie in NRW und in Südwestfalen. Ich durfte zu diesem Thema für eine der größten Industrieregionen Deutschlands Stellung beziehen. Umso schöner, dass die Stahlkonferenz in Siegen-Wittgenstein bei den Deutschen Edelstahlwerken stattgefunden hat“, sagt Schneider.

Er machte sich bei der Podiumsdiskussion vor allem für die das Recycling von alten Industriebrachen zur Generierung neuer Flächen sowie die Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitenden in der Stahlindustrie stark. Ein wichtiges Thema war auch die marode Infrastruktur im Kreis – schlechte Verkehrsanbindungen auf Straße und Schiene sowie die ausbaufähige Digitalisierung.

Umstrukturierungen für grünen Stahl nötig

Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Stahlland. 38 Prozent der Produktion von Rohstahl in Deutschland werden in NRW produziert, mit 45.000 Menschen arbeiten in diesem Bundesland etwas mehr als 50 Prozent aller Stahlbelegschaften Deutschlands. Das betrifft auch Siegen-Wittgenstein, denn mit der Stahlindustrie sind im Kreis viele Arbeitsplätze verbunden. Bernardo Adhemar Molzberger, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Siegen-Wittgenstein (Wahlkreis 126)*, sieht vor allem den Fachkräftemangel als große Herausforderung für unsere industriell geprägte Region.

Egal ob für die Automobilbranche, Windenergie, Elektromobilität oder Bau- und Infrastruktur – Stahl wird für diese Zukunftstechnologien ein zentraler Grundstoff bleiben. Um jedoch klimaneutral so genannten grünen Stahl herstellen zu können, werden einige Umstrukturierungen auf die Stahlbranche in NRW zukommen. Das bedeutet Investitionen in Milliardenhöhe, zum Beispiel für sogenannte Direktreduktionsanlagen, die die Hochöfen bis 2030 ersetzen sollen. „Klimaneutrale Wirtschaft ohne Stahl funktioniert nicht. Wir brauchen ihn für Windräder, den ÖPNV, Bauarbeiten und Mobilität“, so Molzberger.

Die SPD-Fraktion im Landtag NRW setzt sich für eine aktive staatliche Industriepolitik ein, die die sozialverträgliche und ökologische Modernisierung unserer Stahlindustrie umfassend vorantreibt. „Für die SPD gilt: Wir möchten die Veränderungsprozesse der Stahlindustrie eng begleiten und mitgestalten, sodass die Region den Wandel schafft und Arbeitsplätze gesichert werden können. Die SPD-Landtagsfraktion hat hierzu auch ein Fünf-Punkte-Programm aufgesetzt“, sagt Schneider.

Das fünf Punkte Programm:

  1. Einen vom Land NRW organisierten nationalen Stahlgipfel – gemeinsam mit den übrigen Ländern der Stahlallianz und den Tarifpartnern.
  2. Eine Landesbeteiligung an der thyssenkrupp Steel Europe AG, um Planungssicherheit zu verbessern und damit Investitionen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu ermöglichen.
  3. Einen Transformationsfonds in Höhe von 30 Milliarden Euro bei der NRW.Bank für Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette aller Stahlrouten, u. a. für KMU.
  4. Eine Ausbildungsoffensive Stahl mit Maßnahmen wie „Gute Berufsschule 2030“, der Ausweitung des Programms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ und einer Ausbildungsgarantie.
  5. Die Förderung eines Leitmarktes für „klimaneutralen Stahl“ u. a. durch eine Quote für grünen Stahl bei öffentlichen Aufträgen des Landes NRW und der Kommunen.

Teil der Stahlkonferenz, die für ein breites Publikum online übertragen wurde, waren auch Frans Timmermans, Vize-Präsident der EU-Kommission, Thomas Kutschaty, Vorsitzender der NRWSPD, Klaus Gräbener von der IHK Siegen und Anke Rehlinger, stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes.

*Info

Der Kreis Siegen-Wittgenstein besteht aus zwei Wahlkreisen. Zum Wahlkreis 126 gehören Siegen, Burbach, Freudenberg, Neunkirchen. Der Wahlkreis 127 umfasst Bad Laasphe, Bad Berleburg, Erndtebrück, Netphen, Kreuztal, Hilchenbach und Wilnsdorf.