SPD-Kreistagsfraktion spricht sich für dritte Talsperre aus

Talsperre
Talsperre Bild: Pixabay

Trinkwasserversorgung durch Talsperre langfristig sicherstellen

Siegen-Wittgenstein. Ein klares Ja zu einer dritten Talsperre im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es von der SPD-Kreistagsfraktion. Bereits im Jahr 2018 hatte sich die SPD-Fraktion im Kreistag für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie ausgesprochen. „Schon während der letzten Legislaturperiode waren die Folgen des Klimawandels auch hier in Siegen-Wittgenstein deutlich spürbar“, sagt Michael Sittler, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Die gemessenen Niederschlagmengen an Obernau und Breitenbach lagen 2018 und 2019 knapp ein Drittel unter den Werten der Vorjahre und hohe Temperaturen führten zu vermehrtem Wasserbrauch – der Spiegel der Talsperren war zwischenzeitlich sichtbar niedrig. „Aus unserer Sicht war und ist es Aufgabe der Politik, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser für die Bevölkerung in Siegen-Wittgenstein langfristig sicherzustellen“, so Sittler.

Die Machbarkeitsstudie der Firma Tractebel liegt mittlerweile vor und erachtet den Bau einer weiteren Talsperre zur Gewährleistung der Wasserversorgung in Siegen-Wittgenstein als sinnvoll. Als bevorzugter Standort wird in der Studie das Truftetal in Bad Berleburg genannt. Ein Vorschlag, der nicht überall auf Begeisterung stößt: Die Bad Berleburger Bürgerinitiative „Rettet die Trufte“ möchte das Gebiet als „strukturreiches Biotop“ erhalten und schlägt stattdessen den Bau mehrerer tausend Zisternen und die Nutzung von Trocken-Trenn-Toiletten vor, um Wasser zu gewinnen und einzusparen. Den gestiegenen Wasserverbrauch pro Kopf während der zurückliegenden Dürrephasen bezeichnet die Initiative als Politikversagen. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion weist diesen Vorwurf entschieden zurück: „Jetzt Vorsorge für kommende Generationen zu treffen ist verantwortungsvolles Handeln und ist genau das Gegenteil von Politikversagen, wie es Herr Dr. Riedel öffentlichkeitswirksam formuliert hatte.“

Planung der Talsperre schnell in die Wege leiten

„Natürlich sollte jeder Einzelne seinen Wasserverbrauch überdenken und nach Möglichkeit Wasser sparen, wo es nur geht. Trotzdem geht der Vorschlag der Initiative in unseren Augen an der Realität vorbei. Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren auch bei uns noch deutlicher spürbar sein und eine Wasserersparnis in diesem Umfang ist nicht umsetzbar“, sagt Sittler. Vorschläge wie die Gewinnung von Regenwasser durch Regentonnen für Privathaushalte oder Zisternen bringe zudem notwendige Sanierungs- und Umbaumaßnahmen mit sich, die sich ebenfalls deutlich summieren würden. Maßnahmen, die bereits in den letzten Jahren erfolgt waren, um weniger Wasser zu verbrauchen, führten außerdem dazu, dass in den Kommunen Abwasserleitungen aus hygienetechnischen Gründen zusätzlich gespült werden mussten – natürlich ebenfalls mit Wasser.

Der Bau einer dritten Talsperre ist für die SPD-Kreistagsfraktion nach der Bestätigung durch die Machbarkeitsstudie der richtige Ansatz und sollte schnellstmöglich in die Wege geleitet werden, denn für anstehende Planungsverfahren sei ein Zeitfenster von mehr als einem Jahrzehnt vorgesehen.