Heimische Unternehmen kämpfen mit mehreren Krisen

SPD Siegen-Wittgenstein setzt sich für schnelle Lösungen ein

Die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die anhaltenden Schwierigkeiten regional ansässiger Firmen, Arbeitskräfte zu finden, sowie der schleppende Infrastrukturausbau standen im Mittelpunkt eines Gesprächs der heimischen SPD mit der IHK. „Die Gleichzeitigkeit unterschiedlichster Krisen, vom Krieg in der Ukraine, drohender Energieknappheit bis hin zu gestörten Lieferketten und steigenden Inflationsraten, machen vielen Firmen derzeit gewaltige Sorgen. Wenn Unternehmen langfristig keine Perspektive mehr sehen, hören sie auf zu investieren“, waren sich IHK-Präsident Walter Viegener und Karl Ludwig Völkel, Co-Vorsitzender der SPD in Siegen-Wittgenstein einig.

Völkel hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der umfassenden staatlichen Hilfen für in Not geratene Firmen hervor: „Künftig sollen noch mehr Unternehmen staatliche Unterstützung bekommen, auch aus dem beschlossenen Abwehrschirm von 200 Milliarden Euro. Bis neue Maßnahmen eingeführt sind, bleiben bereits existierende Hilfsprogramme bis Jahresende 2022 weiter bestehen.“ Dazu gehörten unter anderem die Kredithilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das sogenannte Energiekostendämpfungsprogramm. Damit könnten Unternehmen Liquidität sichern, wenn sie aufgrund der hohen Energiekosten Probleme bekommen.

Verkehrsprobleme im heimischen Wirtschaftsraum

Breiten Raum nahmen in dem Gespräch auch die Verkehrsprobleme des heimischen Wirtschaftsraumes ein. Was die Situation zusätzlich erschwere, sei die seit fast einem Jahr gesperrte Rahmede-Talbrücke. „Wenn das Problem weiter besteht und im schlimmsten Fall zusätzliche Brücken gesperrt werden müssen, wird Stillstand zum Dauerzustand. Dann verlassen die Unternehmen die Region. Nicht weil sie möchten, sondern weil sie müssen“, verdeutlichte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener.  Es bedürfe dringend der Änderung gesetzlicher Regelungen, um Planung, Genehmigung und Bau von Infrastrukturmaßnahmen zu beschleunigen – eine Anregung, die die SPD-Bundestagsabgeordnete Luiza Licina-Bode gerne mit nach Berlin nimmt, wie sie betonte.

Ein weiteres Problem stellen für die Unternehmen nach wie vor Schwertransporte dar. Jeder Schwertransport benötige komplexe Genehmigungsverfahren und löse riesigen bürokratischen Aufwand aus. Ein neues Bürokratieentlastungsgesetz muss schnell auf den Weg gebracht werden – darin sind sich die Vertreterinnen und Vertreter der SPD einig. So sollen auf Bundesebene Abläufe und Regeln vereinfacht werden, damit Unternehmerinnen und Unternehmern mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben haben.

Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt

Deutlich wurde zudem, dass die Verkehrssituation auf der A45 auch eine große Herausforderung für Auszubildende darstellt, von denen zahlreiche gehalten seien, Bezirksfachklassen zu besuchen, die sich in Hagen und im Ruhrgebiet befänden. Klaus Gräbener: „Warum dies angesichts des Verkehrschaos in und rund um Lüdenscheid nicht längst geändert wurde, erschließt sich mir nicht wirklich. Das Land könnte hier mit wenig Aufwand schnell große Wirkungen erzielen. Doch gehandelt wurde bisher nicht.“

Julian Maletz, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion sieht durchaus Vorteile, wenn zeitlich befristet auf die Einrichtung von Bezirksfachklassen verzichtet würde: „Für die heimischen Berufskollegs brächte das natürlich höhere Schülerzahlen und mehr Sicherheit“, so Maletz, der zugleich darauf hinwies, dass im vergangenen Jahr etliche Lehrstellen nicht hätten besetzt werden können, zumal es immer stärker an Schulformen fehle, die auf betriebliche Ausbildungen vorbereiteten. „Es ist an der Zeit, dass Programm ‚KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss‘ zu stärken und auszubauen“, so die Landtagsabgeordnete Christin-Marie Stamm. „Die Schülerinnen und Schüler benötigen gute strukturelle Voraussetzungen, um eine duale Ausbildung mit ihrem jeweiligen Abschluss antreten zu können – dazu müssen auch Angebote der Berufsorientierung angepasst werden.“